Politik


Klimawandel und Fridays For Future – So bewegte das Thema die JKG-Schüler*innen im letzten Jahr

Energiewende, Green New Deal, Fridays For Future – Der Klimawandel ist in aller Munde. Seine Auswirkungen sind mehr denn je zu spüren und eine Studie der Vereinten Nationen schlägt Alarm: Die Menschheit hat nur noch bis 2030 Zeit, um das Ruder herumzureißen und eine deutliche Erwärmung der Durchschnittstemperatur und damit einhergehende katastrophale Folgen für das Weltklima sowie die Zivilisation zu verhindern.

Nicht zuletzt das deutsche Ergebnis der Europawahlen hat verdeutlicht, dass der Klimawandel die Politik auf Jahrzehnte bestimmen wird und das Thema die jungen Gemüter bewegt. Insbesondere diejenigen, die am längsten mit den wirtschaftlichen, politischen und alltäglichen Folgen leben werden müssen, sind hoch für das Thema sensibilisiert. Die Generation „Fridays For Future“ geht auf die Straße und tut ihrer Meinung kund. Es werden stärkere Maßnahmen gefordert und das Thema ist den jungen Demonstranten so wichtig, dass sie - inspiriert von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg – dafür freitags die Schule streiken.

Auch die Schülerinnen und Schüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums zeigten sich im vergangenen Jahr sehr interessiert an dem Thema. Eine Chance der ausführlichen Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgte für die Schüler*innen darüber hinaus in einem offenen Dialog mit dem saarländischen Umweltminister Reinhold Jost am JKG. Zuvor setzten sich die 11er Politik-Kurse mit der aktuellen Debatte im Unterricht auseinander.

Im Gespräch ging prallten idealistische Forderungen und Vorstellungen auf pragmatische Realität. Diskutiert wurde über Elektromobilität, Konsumverzicht (zum Beispiel bei Fleisch) und Stromversorgung der Zukunft, aber auch über die notwendigen Umbauten und Reformen im ÖPNV wie zum Beispiel den Buslinien. Manchen Schüler*innen bleibt oft nur die Fahrt mit dem Auto übrig, obwohl die Bereitschaft zur Nutzung von Alternativen vorhanden ist. Oft fahren schlicht nicht genug Busse oder die Zeiten passen nicht. Viele Schülerinnen und Schüler wären bereit, größere Opfer für ihre Zukunft zu erbringen; zeigen sich aber gleichzeitig enttäuscht, wenn es bereits bei solch lokalen Probleme für sie keinen Erfolg gibt.

Doch das Interesse endete nicht mit dem Austausch mit führenden Politikern. Wie Tausende andere gingen sie zu Demonstrationen in Saarbrücken und Saarlouis. Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, ihre Erfahrungen, Ansichten und Beweggründe auszutauschen.

„Die Demonstration für den Klimaschutz war meine erste Demonstration, an der ich teilnahm. Es sind zahlreiche junge sowie vereinzelte ältere Menschen mitgelaufen. Nach einer halben Stunde purer "Stimmungsmache" mit einem Blasinstrumentorchester und Parolen wie "HOPP HOPP HOPP KOHLE STOPP" oder " WIR SIND HIER; WIR SIND LAUT; WEIL IHR UNS DIE ZUKUNFT RAUBT" zogen wir von unserem Startpunkt, der Kongresshalle, Richtung Saarbrücker Innenstadt. Ich dachte, dass wir über irgendwelche kleineren Nebenstraßen gehen würden, jedoch standen wir dann nach einer viertel Stunde auf dem Saarbrücker Hauptverkehrsknotenpunkt, einem Kreisel, und brachten den Verkehr von der Stadtautobahn in die Stadt zum totalen Stillstand. Genervt schauten uns die wartenden Autofahrer an und wünschten sich vielleicht, dass die Jugend doch "politikverdrossen" wäre, jedoch haben wir sie lautstark vom Gegenteil überzeugt. Abschließend lässt sich meinerseits sagen, dass sich die Teilnahme dieser Klimaschutz-Demonstration in Gänze gelohnt hat. Meiner Meinung nach ist es unabdingbar, dass die Demonstration während der Schulzeit stattfindet, da es sonst niemals solch eine Aufmerksamkeit bekäme, die "Fridays for Future" momentan genießt, obgleich auch nicht unbedingt 100% aller Teilnehmer, die freitags kommen, auch an freien Tagen kämen.“

-          Jannik Singer

 „Es wurde schnell ein Gefühl der Gemeinschaft und des Zusammenhaltes breit. Zahlreiche Plakate wurden gestaltet und immer wieder hörte man die Menschenmenge laut: "Wir sind hier; wir sind laut; weil ihr uns die Zukunft klaut" rufen. Mich persönlich erfreut der Gedanke daran, dass ich in einer Generation lebe, in der sich die Menschen in meinem Alter für unsere gemeinsame Zukunft engagieren und einsetzen. Während einer Demo haben wir eine Minute gestoppt und saßen alle auf dem Boden, um zu zeigen, dass unserer Generation in Zukunft der Tod droht.“

-          Natalie Luxemburger & Jill Keller


Konfrontation mit Propaganda: JKG-Schüler*innen sehen verbotenen Nazi-Film

Die sozialen Medien stehen heute besonders in der Kritik, Nährboden und Verbreitungsmittel rechter Ideologien zu sein. Rechte scheinen neue Medien besser für sich nutzen zu können als Linke oder die politische Mitte. Das war auch früher so, als das Nazi-Regime das Kino für ihre Propaganda entdeckte.

So entstanden zum Beispiel mit Leni Reifenstahls „Triumph des Willens“ Werke, die die Bevölkerung beeinflussten und für Motive der Nazi-Ästhetik empfänglich machen sollten. Die Nazis begriffen schnell die besondere Entfaltungskraft der Bilder und sahen im Erzählkino neue Verbreitungschancen für ihre menschenverachtende Ideologie. Als Teil der Entnazifizierung wurden Werke wie der antisemitische Film „Jud Süß“ später nach dem Krieg verboten. Aufführungen sind seitdem nur unter besonderer pädagogischer Begleitung erlaubt.

Die Klassen 8cm und 10bn des Johannes-Kepler-Gymnasiums besuchten dafür das Filmhaus in Saarbrücken, um einen dieser Filme zu sehen. „Hitlerjunge Quex“ handelt vom Jungen Heini Völker, der zwischen die Fronten der Hitlerjugend und jungen Kommunisten in Berlin-Wedding am Ende der Weimarer Republik gerät und zum Märtyrer der Nazi-Ideologie stilisiert wird.

Unter Begleitung durch den Historiker Dr. Burkhard Jellonnek vom Landesinstitut für Pädagogik und Medien wurde anschließend an die Vorführung Regie und Charakterzeichnung reflektiert, um die Beeinflussung des Zuschauers zu verstehen. Die Schülerinnen und Schüler empfanden die Fragerunde als aufschlussreich und zeigten sich angesichts der Inszenierung des Films geschockt. Diese Medienkompetenz wird ihnen in Zeiten von wiederaufkeimendem Rassismus und Menschenfeindlichkeit nützlich sein, um solche Methoden zu erkennen und sich dagegen zu wappnen.

 


Das JKG erlebt Geschichte zum Anfassen

Politikunterricht, Geschichtsunterricht – und alle hören zu! Dieser Traum wurde für vier Lehrkräfte des JKG an zwei aufeinanderfolgenden Tagen wahr, als sie mit ihren Schülerinnen und Schülern der zehnten und elften Klasse in Bonn das Ministerium für Verteidigung und Haus der Geschichte besuchten. Hier erlebten die JKG´ler nicht nur Geschichte zum Anfassen sondern erhielten einen authentischen Einblick in die aktuelle Sicherheitspolitik mit all ihren Herausforderungen.
Der Lehrplan Politik sieht in der Gymnasialen Oberstufe das Themenfeld „Internationale Politik“ vor. Die unterschiedlichen aktuellen globalen Risiken für den Frieden und die Sicherheit sind dabei ein zentraler Bestandteil der Diskussion. Daher bot sich eine Exkursion mit Hauptmann Oliver Bommersbach, Jugendoffizier der Bundeswehr, ins Verteidigungsministerium auf die Hardthöhe an. Hier informierte ein Experte anschaulich und aus erster Hand über die Rolle der Bundesrepublik Deutschland in der NATO und UNO.
Der Besuch des Hauses der Geschichte, einem Museum der besonderen Art, machte schließlich die jüngste Vergangenheit der Bundesrepublik lebendig. Vom Hochzeitskleid, genäht aus dem Stoff eines Fallschirms des 2. Weltkrieges, über die heute gar nicht so fremde Mode der 60er Jahre, ein Stück vom Mond und den originalen Zettel Schabowskis, bis hin zu einem Flüchtlingsboot aus dem Mittelmeer und vielen, vielen anderen Exponaten wurde Geschichte greifbar.
Am Ende waren sich Schüler und Lehrer des JKG einig: Durch eine solche Exkursion wird die Erkenntnis über Freiheit, Verantwortung und Demokratie nicht nur geschärft, sondern verinnerlicht.


Exkursion der Klassenstufe 10 des Johannes-Kepler-Gymnasiums nach Bonn

Was bedeutet Sicherheit im 21. Jahrhundert und wie kann Frieden hergestellt werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10 des Johannes-Kepler-Gymnasiums in den vergangenen Wochen im Fach Sozialkunde. Schnelle Antworten lassen sich bei diesem komplexen Thema nur schwer finden. Dank der traditionellen Zusammenarbeit des Johannes-Kepler-Gymnasiums mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr konnte dieses Themenfeld jedoch erfolgreich aufgeschlüsselt werden: Welche Aufgaben hat die NATO und welche Rolle spielt die Bundeswehr? Wie sehen die Grundlagen der westlichen Sicherheits- und Verteidigungspolitik aus? Welche Rolle spielt Deutschland in der internationalen Politik oder bei den Vereinten Nationen? Auf diese vielfältigen Fragen bot Jugendoffizier Hauptmann Oliver Bommersbach den Schülerinnen und Schülern zunächst bei einem Vortrag in der Schule Antworten, bevor man bei einem Besuch im Verteidigungsministerium in Bonn tiefer in die Materie eintauchte.
Anschließend ging es vom Gelände des Ministeriums in die Bonner Innenstadt zum „Haus der Geschichte“. Dort konnten die Schüler sich noch intensiver mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen und hautnah unvergessliche Momente erleben. Das Museum beginnt in der direkten Nachkriegszeit und zeigt historische Dokumente aus der jungen Bundesrepublik wie zum Beispiel die ersten Entwürfe unseres Grundgesetzes, einen Teil der „Rosinenbomber“ oder Nachbauten des Bonner Bundestags. Spätere Teile der Ausstellung dokumentieren das deutsche Wirtschaftswunder sowie die kulturelle Entwicklung in Sachen Mode, Filme oder Autos. Neben einer echten Oscar-Statue wartet auf Besucher des Museums auch echtes Mondgestein sowie der Raumanzug des ersten Deutschen im Weltall, Sigmund Jähn, ehemaliger Bürger der DDR. Das Museum zeigt nämlich die gesamtdeutsche Geschichte inklusive Protesten, Mauerfall und Wiedervereinigung. Neuere deutsche Relikte wie Jens Lehmanns legendärer Elfmeter-Zettel aus dem Sommermärchen 2006 befinden sich ebenso im Museum wie Informationen zur Herausforderung durch die Ankunft von Flüchtlingen, mit der der Rundgang endet.
Erschöpft, aber glücklich und mit vielen neuen Eindrücken kamen die Klassen mit ihren Politiklehrern Herr Omlor und Herr Brittner nach einem erlebnisreichen Tag zurück nach Lebach.


Politikunterricht hautnah

Exkursion ins Amtsgericht Lebach

Im Rahmen der Klassenstufe 9 lernen die Schüler das Rechtssystem der BRD kennen. Dabei haben die Klassen 9bm und 9cm des JKG nicht nur gelernt, ab wann sie strafmündig oder geschäftstüchtig sind, sondern haben sich auch mit dem Aufbau des Gerichtswesens, den Maßnahmen des Jugendgerichts gegen einen jugendlichen Straftäter oder dem Ablauf einer Gerichtsverhandlung beschäftigt.

Um die in der Theorie erlernten Unterrichtsinhalte auch mal in der Praxis angewandt zu sehen, nahmen beide Klassen die Möglichkeit wahr, einer Gerichtsverhandlung im Amtsgericht Lebach beizuwohnen und so Politikunterricht „hautnah“ mitzuerleben. Die verhandelten Tatbestände reichten von Beleidigung über Betrug und Fahren ohne Versicherung bis hin zum Fahren unter Alkoholeinfluss und ermöglichten den Schülern einen Einblick in die Härte oder auch Milde unseres Rechtssystems zu erlangen.

Im Anschluss an die einzelnen Verhandlungen bot sich den Schülern die Möglichkeit Fragen zu stellen und von dem Fachwissen der Staatsanwältin und Richterin zu profitieren. Urteile konnten hinterfragt, Hintergrundinformationen in Erfahrung gebracht und offene Fragen aus dem Unterricht beantwortet werden.

Der Besuch der Gerichtsverhandlung sollte jedoch nicht ergebnislos verpuffen, sondern diente gleichfalls der Vorbereitung: im Anschluss wurde die Klasse auf Basis der Auswertungen der Exkursion selbst zu Richtern, Staatsanwälten, Verteidigern, Zeugen und Angeklagten und simulierte eine eigene Gerichtsverhandlung. So mussten Richter und Schöffen beispielweise die Gerichtsverhandlung leiten und auf deren korrekten Ablauf achten, Staatsanwälte eine Anklageschrift und ein Plädoyer verfassen und vieles mehr.

Vielleicht wurde ja der Grundstein für eine zukünftige Staatsanwältin oder einen zukünftigen Richter gelegt…!


Exkursion der Klassenstufe 10 des Johannes-Kepler-Gymnasium nach Bonn

Fast schon eine Tradition hat die Fahrt der Klassenstufe 10 des Johannes-Kepler-Gymnasium nach Bonn zum Bundesministerium für Verteidigung und zum "Haus der Geschichte". Welche Aufgaben hat die Bundeswehr? Wie sehen die Grundzüge deutscher Sicherheits- und Verteidigungspolitik aus? Welche Rolle spielt Deutschland in der internationalen Sicherheitspolitik? Fragen, mit denen sich die Schülerinnen und Schülern des JKG bei ihrem Besuch des Verteidigungsministeriums in Bonn mit Jugendoffizier Hauptmann Beck auseinandersetzten. Im offenen Dialog wurden dabei den Schülern der Klassenstufe 10 nicht nur die Grundsätze der deutschen Sicherheitspolitik vermittelt, sondern auch aufgezeigt, wie globale Politik funktioniert. Jugendoffizier Hauptmann Beck gelang es, den Schülerinnen und Schülern in einem bewegenden Vortrag über den Terrorismus und die Rolle der IS, aktuelle Politik greifbar zu machen und den Blick auf die Welt, die Menschen sowie die eigene Verantwortung zu schärfen.

Nach dem Besuch des Verteidigungsministeriums ging es Richtung Bonn Innenstadt. Ein kurzer Blick auf das alte Bundeskanzleramt und die Villa Hammerschmidt - dann tauchten die Jugendlichen im "Haus der Geschichte" ab in die Anfänge der Bundesrepublik Deutschland. In dem Museum der besonderen Art wurde für die Schüler Zeitgeschichte lebendig. Faszinierende Ausstellungsobjekte veranschaulichten politische Ereignisse und Alltagsgeschichte von der Nachkriegszeit bis heute so reizvoll, dass der Nachmittag wie im Flug verging. Zu den Highlights gehörten ein "Rosinenbomber", die erste Bundestagsbestuhlung, eine Eisdiele aus den 1950er Jahren und der Hippie-Bulli, der an die Zeit von „Love and Peace“ erinnert. Im Untergeschoss bewunderten die Jugendlichen den ersten Dienst-Mercedes von Konrad Adenauer und den Eisenbahn-Salonwagen der Bundeskanzler.

"Politik ist alles andere als langweilig", kommentierte eine Schülerin den erlebnisreichen Tag treffend, als die Schülerinnen und Schüler des JKG mit ihrem Politiklehrer Herr Omlor und ihrer Politiklehrerin Frau Stahl-Steiner am Abend wohlbehalten und voll neuer Eindrücke wieder in Lebach ankamen.


Hauptthema waren die Flüchtlinge

Sozialministerin Monika Bachmann zu Gast im Johannes-Kepler-Gymnasium

Anlässlich der Europäischen Woche gehen Politiker in Schulen und diskutieren mit den Schülern über europa-politische Themen. Sozialministerin Monika Bachmann besuchte das Johannes-Kepler-Gymnasium in Lebach.

Von SZ-Mitarbeiterin

Carolin Merkel

Lebach. „Für uns Politiker ist es unheimlich wichtig, die Meinungen der Bürger zu hören. Denkt nur nicht, eure Wortmeldungen sind vergessen, wenn ich ins Auto steige. Ich werde mir vieles notieren, einiges mitnehmen“, erklärte Sozialministerin Monika Bachmann am Ende der Diskussionsrunde am Johannes-Kepler-Gymnasium Lebach. Im Rahmen der europäischen Woche war die Politikerin zu den Elftklässlern gekommen, um unter dem Motto „Freundschaft mit den Nachbarn“ vor allem die Europa-Politik zu diskutieren. Die wurde angeschnitten, doch die aktuelle Lage der Flüchtlinge, die unmittelbare Nähe zur Landeswohnsiedlung, der Themenvorschlag des Schulleiters Hans Herrmann und nicht zuletzt ihre Aufgabe als Integrationsministerin gab das Hauptthema vor.

Von der Erstversorgung in Lebach bis zum ehrenamtlichen Engagement in fast allen saarländischen Kommunen zeigte Bachmann den Weg auf, den sie sich für die Flüchtlinge wünscht. Erst noch ein wenig zögerlich fühlten die Schüler Bachmann schließlich auf den Zahn, äußerten ihre Bedenken, auch ihren Unmut über die europäische Flüchtlingspolitik. „Union heißt doch auch Solidarität, wieso spielen sich die Länder dann gegenseitig aus, wenn es um Flüchtlingspolitik geht?“, fragte Niklas Schu. Eric Spaniol hatte sich gut vorbereitet, konfrontierte Bachmann mit aktuellen Zahlen aus den EU-Ländern: „Wieso gibt es Länder wie Lettland, die nur 150 Flüchtlinge aufnehmen?“

Zoe Länger beschäftigt vor allem die Tatsache, dass so viele Menschen ihr Leben riskieren, ohne zu wissen, ob sie überhaupt Asyl erhalten werden. „Kann man nicht schon in den Ländern den Menschen Auskunft geben, dann würden sie die Reise vielleicht gar nicht antreten?“ Auch das Verfahren so lange dauern und die Flüchtlinge hier erst einmal keine Sprachkurse erhalten, beschäftigt die Jugendlichen.

„Leider ist die Welt nicht so, wie wir sie haben wollen. Ich mache ihnen allen den Vorschlag mich einen Tag zu begleiten, besuchen wir die jungen Flüchtlinge, die mutterseelenallein nach Deutschland gekommen sind, gehen wir zur Ausländerbehörde“, forderte die Ministerin die Schüler auf. Die dankten ihr für das offene Gespräch auf Augenhöhe mit Beifall.


"Wahl-O-Mat on Tour" Politiker stehen Schülerinnen und Schülern des Johannes-Kepler-Gymnasiums persönlich Rede und Antwort

"Ein Spielzeug, das zum Wählen verführt", bringt ein Schüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums die Veranstaltung "Wahl-O-Mat on Tour", organisiert und geleitet von der Bundeszentrale für politische Bildung, auf den Punkt. Der "Wahl-O-Mat" ist ein Angebot der bpb in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung, dem Landesjugendring Saar und der Arbeitskammer des Saarlandes. Seit 2002 ist der "Wahl-O-Mat" im Einsatz, um besonders junge Wähler zu informieren und zu mobilisieren.

Am Freitag verlief der Politikunterricht der beiden Politikkurse der Klassenstufe 11 des Johannes-Kepler-Gymnsiums einmal ganz anders als sonst. Im Hörsaal der Schule stellten Vertreter aus den führenden regionalen Parteien zunächst in einem interessanten Frage- und Antwort - Spiel die Positionen ihrer Parteien zu ausgewählten Thesen vor. Jeder Politiker hatte dabei nur 60 Sekunden Zeit, um zu einer aus 38 zufällig ausgewählten Thesen Stellung zu beziehen. Auf dem Programm standen dabei konkrete gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Grundfragen. Gar nicht so einfach für den einzelnen Politiker, kurz und prägnant die eigene Sichtweise auf den Punkt zu bringen! Und vor allem kurzweilig und abwechslungsreich für die Schülerinnen und Schüler, die sich nicht mit langatmigen und ausufernden Beiträgen auseinandersetzen mussten, sondern eine Diskussion erlebten, die zeigte, wie spannend Politik sein kann.

In einer anschließenden offenen Diskussion mussten sich die Vertreter der Parteien den kritischen Fragen der Oberstufenschülerinnen und -schüler stellen. Im Mittelpunkt der Fragen stand neben der Wirtschaftspolitik auch die Krise in der Ukraine. In ihren Fragen zeigten die beiden Politikkurse, wie wichtig der Jugend heute eine bürgernahe und gerechte Politik ist. Von Scheu den Politikern gegenüber war dabei keine Spur! "Wir haben mit unserer regen Beteiligung bewiesen, dass wir durchaus politisch interessiert sind", fasst Christoph Zoller, Oberstufenschüler des JKG, die 90 Minuten-Veranstaltung treffend zusammen.


Ziele und Aufgaben des Fachs Politik

„Politik? Das interessiert mich nicht!“ - „Politik? Was geht das mich an?“

Diese Ansichten sind unter Jugendlichen häufig anzutreffen. Und sie zu ändern, ist das zentrale Anliegen des Fachs Politik. Dazu vermittelt das Fach Kompetenzen in fünf Bereichen:

Sachkompetenz: Grundlage jeder Auseinandersetzung mit einem Thema ist Wissen. Deshalb vermittelt das Fach Politik die grundlegenden Informationen darüber, wie Gesellschaft, Staat und Wirtschaft ablaufen. Und dies erfolgt nicht nur in der Schule, sondern auch im Rahmen von Exkursionen, die ein Lernen vor Ort ermöglichen.

Methodenkompetenz: Oft fehlen Informationen, oder sie sind nicht richtig aufbereitet oder sogar verfälscht. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, sich mit den Wegen vertraut zu machen, auf denen man Wissen gewinnen kann. Daneben steht die Auswertung von Quellen aller Art im Mittelpunkt,  um sich durch richtiges Beurteilen von Forschungsbefunden und ihre fachgerechte Aufbereitung sachkundig zu machen.

Beurteilungskompetenz: Subjektive Urteile und bloßes „Meinen“ sind sehr häufig anzutreffen. Um so wichtiger ist es daher, qualifiziertes Urteilen zu erlernen. Objektive Bewertung der Fakten und sorgfältiges Abwägen von Begründungen sind seine Basis.

Orientierungskompetenz: Das Leben in einer pluralistischen Demokratie mit vielen sich überlagernden oder sogar widersprechenden Meinungen und Interessen ist schwierig. Deshalb will das Fach Politik Hilfe bei der Orientierung geben und zu einer grundsätzlichen Bejahung der demokratischen Ordnung beitragen.

Handlungskompetenz: Alle Kompetenzen münden in der Fähigkeit, am gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben teilzuhaben. Das bedeutet, seine Möglichkeiten als aktiver Bürger wahrzunehmen und zugleich die Grenzen und Spielregeln zu kennen, die eigenen Interessen zu wahren, ohne die anderer zu missachten.

Am Ende des Fachunterrichts soll dann die Einsicht stehen: „Politik geht alle an – also auch mich!“ - „Politik? Na klar!“


Stadtexkursion nach Bonn

„Nach so einem Tag sieht man die Nachrichten mit anderen Augen! Die Frage nach Frieden und Sicherheit in der Welt wird so viel präsenter. Der konkrete Einblick in den Einsatz der Bundeswehr am Horn von Afrika zeigt, wie wichtig es ist Verantwortung zu übernehmen und Menschen in solchen Gebieten einen anderen Weg aufzuzeigen“, meint Marvin Trenz, Schüler der Klasse 10d des Johannes-Kepler-Gymnasiums nach dem Vortrag des Jugendoffiziers Brake, Oberleutnant zu See.

Im Januar fuhren die Klassen 10 b, 10c, 10 d und der Grundkurs Politik 11 des JKG gemeinsam mit ihren Politiklehrern Irmtraud Dörr, Anka Stahl-Steiner und Dr. Horst Schichtel unter der Leitung des Jugendoffiziers Moritz Brake zum Bundesministerium für Verteidigung nach Bonn.

Nach etwa drei Stunden Busfahrt wurden die Schülerinnen und Schüler auf der Hardthöhe von Oberleutnant Brake in Empfang genommen. Nach Soldaten hielten die Schülerinnen und Schüler hier vergebens Ausschau, denn als Zweitdienstsitz ist das Ministerium mit seinen 1500 Mitarbeitern überwiegend mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt.

In einem zweistündigen, sehr kurzweiligen Vortrag des Oberleutnants zu See erhielten die Schüler erste Einblicke in die Friedens- und Sicherheitspolitik, die auf dem Lehrplan „Politik“ der Oberstufe steht. Einer bewegenden Schilderung der Arbeit der Bundeswehr vor der Küste Somalias im Kampf gegen die Piraterie folgten die Schüler äußerst gespannt. Die persönlichen Erfahrungen des Oberleutnants warfen bei den Schülern viele Fragen auf, die das Interesse der Jugendlichen an der Rolle der BRD bezüglich der globalen Herausforderungen verdeutlichten.

Nach einem Mittagessen in der Kantine des Ministeriums ging es weiter zum Haus der Geschichte, einem Ort, der laut Sarah Endres „Geschichte so greifbar macht, wie es im Geschichtsunterricht gar nicht möglich ist“. Zwei Stunden Zeitreise durch die beeindruckende Dauerausstellung des Museums genügten den Schülerinnen und Schülern kaum, um ihre Neugier zu stillen. Die vielen Ausstellungsstücke, die Zeitgeschichte erlebnisorientiert präsentieren und veranschaulichen, fesselten die Schüler und machten nachdenklich.

Am Abend kamen alle vollgepackt mit Erfahrungen und zahlreichen Bildern in Lebach an. Ein rundum gelungener Tagesausflug ging zu Ende.

Bilder der Exkursion


Praktischer Politikunterricht

Die Klasse 10a war zusammen mit ihrem Klassenlehrer Willi Philippi und der Politiklehrerin Irmtraud Dörr zu Besuch im Europäischen Parlament in Straßburg.

Nach einer aufwendigen Sicherheitsüberprüfung und einem Gang durch das neue Louise Weiss Gebäude hatten die Schülerinnen und Schüler 90 Minuten lang die Gelegenheit, dem saarländischen Europaabgeordneten Jo Leinen ihre Fragen zu stellen. In diesem Gespräch informierte der Abgeordnete über die vielfältigen Probleme, mit denen sich die Europaabgeordneten befassen müssen, aber auch über die Probleme, die sich in der Kommunikation untereinander bei der Sprachenvielfalt in der EU ergeben können. Er appellierte an die Schüler, den Sprachunterricht in der Schule ernst zu nehmen, um im späteren Berufsleben bessere Chancen zu haben.

Daran schloss sich ein Besuch im Plenum an, das sich in Vorbereitung der UN-Konferenz in Cancun mit der Position der EU zur Klimaproblematik beschäftigte. Es blieb auch noch genügend Zeit, sich die Sehenswürdigkeiten von Straßburg rund um das Münster anzusehen. Für die Schülerinnen und Schüler war es eine interessante Erfahrung, Unterrichtsstoff nicht aus dem Lehrbuch, sondern in der Praxis zu erfahren.


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