Die Klasse 10b hat beim Geschichts­wett­bewerb Willi Graf des Deutschen Zeitungs­mu­seums den ersten Platz belegt. Mit ihrem Beitrag „Sprachi an Willi – Botschaften an Willi Graf“ überzeugten die Schüler­innen und Schüler die Jury auf ganzer Linie. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wurde der erfreuten Klasse feierlich überreicht.

Der Besuch der Ausstellung im Deutschen Zeitungs­museum über das Leben und Wirken von Willi Graf hatte uns sehr beein­druckt zurück­ge­lassen. Viele Gefühle und Gedanken, die in uns herum­schwirrten, mussten erst noch sortiert werden. Und sie kommen manchmal daher auch im Alltag einfach so wieder hoch. Oft gibt es dann aber keine Möglichkeit mehr, diese auszu­drücken oder festzu­halten. Es hilft, Gedanken, die einen bewegen, in Worte zu fassen.

Die Möglichkeit mit einer KI-Version von Graf zu sprechen, fanden wir inter­essant. Unser Bedürfnis nach einem weiteren Austausch war groß. Unsere Generation schreibt eher selten lange Texte. Über das Handy geht alles kurz und schnell. Face-Time oder Sprach­nach­richten regeln den Austausch mit Freunden.

Daher fanden wir diese Art des Austau­sches für uns passend. Kurz, spontan, im Moment eines Geistes­blitzes aufge­nommen, drücken wir unsere Gedanken, Gefühle, unseren Respekt und Dankbarkeit offen für Willis Mut aus. Seine Haltung und sein Einsatz für die Freiheit und die Gerech­tigkeit haben uns tief berührt.

Die einzelnen Nachrichten wurden über einen längeren Zeitraum gesammelt und zu einer gemein­samen Audio­auf­nahme zusam­men­ge­schnitten als ein Zeichen unserer Erinnerung und Anerkennung. Dazu wurden Papier-Geräusche kreiert, die an die Flugblätter der Wider­stands­gruppe Weiße Rose erinnern sollen.

Dieses Projekt zeigt, dass Geschichte nicht nur in Büchern existieren muss, sondern uns auch heute noch täglich berühren, begleiten und zum Nachdenken anregen kann. Indem die Schüler­innen und Schüler direkt zu Willi Graf sprechen, setzen sie sich aktiv mit der Bedeutung von Zivil­courage ausein­ander und knüpfen eine Verbindung zwischen Vergan­genheit und Gegenwart.

Denn Mut kennt keine Zeit.