„Und nach dem Krieg waren sie plötzlich verschwunden.“ – mit diesem Satz beginnt eine Geschichte, wie sie sich in vielen Familien, in Betrieben, Dörfern und Städten erzählt wird oder wurde. Es ist eine Spur, die in eine nicht sehr bekannte, aber allge­gen­wärtige und viel größere Geschichte hineinführt:

Der Volksbund Deutsche Kriegs­grä­ber­für­sorge e.V. präsen­tiert die Wander­aus­stellung „Spurlos Verschwunden“, erarbeitet vom Deutschen Polen–Institut in Darmstadt, hier im Johannes-Kepler-Gymnasium in Lebach, unmit­telbar an dem Ort, wo nach Ende des Zweiten Weltkriegs ehemalige polnische Zwangs­ar­beiter mehr als zwei Jahre als „Displaced Persons“ leben mussten.

Die Ausstellung folgt auf ihrer Suche den Spuren der nahezu drei Millionen Menschen aus Polen, die sich während des zweiten Weltkriegs und unmit­telbar nach 1945 in Deutschland aufhielten. Welche Lebens­zeichen gibt es heute noch im heutigen Rheinland-Pfalz und Saarland, darunter auch Orte wie Lebach, Beckingen, Völklingen, Homburg und Saarbrücken. Sie waren während des Zweiten Weltkriegs zur Arbeit in Industrie, Landwirt­schaft, bei der Reichsbahn und in lokalen Betrieben einge­setzt. Viele von Ihnen überlebten diese Zeit nicht.

Die Ausstellung macht die Schicksale sichtbar und nachvoll­ziehbar. Auf insgesamt 23 Tafeln werden konkrete Lebenswege dokumen­tiert, darunter auch Beispiele von Menschen, die für mensch­liches Handeln in unmensch­lichen Zeiten bestraft wurden. Die Wander­aus­stellung beginnt mit vier einfüh­renden Tafeln, auf denen u. a. wichtige histo­rische Begriffe erklärt werden. Dazu kommen 19 Tafeln, die Erinne­rungsorte bezie­hungs­weise „Lebens­zeichen“ thema­ti­sieren. Diese Einzel­schicksale stehen stell­ver­tretend für viele andere.

Vom 02. bis zum 25. September kann die Ausstellung von Schul­klassen besucht werden. Führungen übernehmen ausge­bildete Schüler (sogenannte Peer-Guides) und Lehrkräfte vom Johannes-Kepler-Gymnasium. Die Beschäf­tigung mit diesen Menschen und ihren Spuren, gerade im lokalen, bekannten Umfeld, eröffnet eine neue Sicht auf die Zeit des Natio­nal­so­zia­lismus. Ziel ist es gerade für junge Menschen für das Thema zu sensi­bi­li­sieren, um die wichtige Erinne­rungs­arbeit zu stärken.

Mit dem „Zwangs­ar­bei­ter­keller“ im Johannes-Kepler-Gymnasium können sie weiterhin einen histo­ri­schen Ort begehen und sich auf Spuren­suche der dort entwur­zelten Menschen begeben. Der Ausstel­lungsort befindet sich in der 1. Etage (Sekre­tariat) des Johannes-Kepler-Gymnasiums in der Dillinger Straße 67, 66822 Lebach. 

Die Anmeldung zu einer kosten­losen Führung ist kurzfristig bis zwei Tage vor dem gewünschten Termin bei Frau Heinen-Krusche (Volksbund) unter der Telefon­nummer  0177–5624154 oder per E‑Mail möglich. Dauer: ca. 40 Minuten