Besuch der polnischen Partnerschule in Lebach

 

Am 18. November 2019 starteten 27 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern Frau Schmidt, Frau Wallerstedt, Herrn Huppert und Herrn Haas in ein neues Austauschjahr mit der Partnerschule Stanislaw Kostka Lyceum aus Polen.

Während der etwa einstündigen Fahrt von Lebach in unsere Jugendherberge Spohns Haus nach Gersheim konnten man die Spannung und Vorfreude auf die bevorstehenden Erlebnisse deutlich spüren. Nachdem wir in der Jugendherberge angekommen waren, die Tisch- und Spüldienste eingeteilt und die Zimmer bezogen waren, trafen die beiden Gruppen zum ersten Mal aufeinander. In zweisprachigen Integrationsspielen lernten sie sich dann etwas näher kennen. Danach gestalteten beide Gruppen Präsentationen, in denen sie darstellen sollten, wie sie sich das jeweils andere Land vorstellten und was sie von der fremden Kultur schon wissen oder erwarteten. Nach der Vorstellung der liebevoll gestalteten Plakate und Bewertung durch die jeweils andere Gruppe stellten sich schon viele Gemeinsamkeiten heraus. Ohne es zu merken hatten die Schülerinnen und Schüler schon erste Kontakte geknüpft.

Am zweiten Tag unseres Austauschprojekts spazierten wir durch das Biosphärenreservat Bliesgau und erfuhren viel Wissenswertes über regionale und saisonale Produkte und deren Anbau. Bei schönem Wetter nutzten wir die Gelegenheit auf den weitläufigen Streuobstwiesen weitere Kennenlernspiele zu machen und es stellte sich heraus, dass sich schon einige Austauschpaare gefunden hatten. Am Nachmittag wuchs die Gruppe in weiteren Workshops noch näher zusammen: Wir kochten Apfelmus, backten Apfelkuchen und pressten Apfelsaft. Beim gemütlichen Beisammensitzen am Abend ließen wir uns unsere gemeinsame Arbeit gut schmecken.

Am Mittwoch stand dann ein Ausflug in unser Nachbarland Frankreich an. Wir fuhren zum Schloss ach Luneville, wo wir bei strahlendem Sonnenschein durch die schön angelegten Parkanlagen schlenderten. Das Schloss gilt als Meisterwerk der Architektur des 18. Jahrhunderts und wird als lothringisches Versailles bezeichnet. Eine weitere Besonderheit des Schlosses und daher sehr passend für unser Austauschprojekt ist, dass dort der polnische König und Großfürst Stanislaus Leszczyński nach 1736 residierte. Im Anschluss daran fuhren wir weiter in die weiße Jugendstilmetropole Nancy und die Schülerinnen und Schüler durften in gemischten deutsch-polnischen Gruppen die Stadt erkunden.

Auch donnerstags stand wieder ein großer Ausflug auf dem Programm: Diesmal durften die deutschen Schülerinnen und Schüler ihren polnischen Freunden stolz das Wahrzeichen des Saarlandes, die Saarschleife, präsentieren. Danach führen wir ins luxemburgische Schengen, wo wir uns im europäischen Museum die Arbeit und die Aufgaben der europäischen Union an einzelnen interaktiven Stationen anschauen konnten. Her wurde den Schülerinnen und Schülern bewusst, dass ihre Reise in das jeweils andere Land ohne die offenen Grenzen ganz anders verlaufen würde. Zum Abschluss des Tages fuhren wir nach Trier. Dort bestaunten unsere polnischen Gäste zunächst die Porta Nigra und den Dom und wurden danach von ihren deutschen Freunden mitgenommen zu gemütlichen Shoppingtouren und Cafébesuchen. Am letzten Abend in der Jugendherberge fand dann der lang ersehnte Discoabend statt, bei dem alle ausgelassen feierten und tanzten und die unterschiedlichen Muttersprachen eigentlich überhaupt keine Rolle mehr spielten. Beim gemeinsamen polnischen Gruppentanz, der Belgijka, hatten wir das Gefühl, dass sich die Schülerinnen und Schüler schon seit einer Ewigkeit kannten.

Am Freitag gib es dann nach bestandener Zimmerabnahme zurück nach Lebach und die deutsche Gruppe durfte ihren Austauschpartnern ihre Schule zeigen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Aula waren die polnischen Schülerinnen und Schüler eingeladen bis zum Samstagsabend das Familienleben ihrer Austauschpartner mitzuerleben. Es wurden viele schöne Unternehmungen gemacht, was unseren Gästen den Abschied erschwerte.

Am Samstagabend hieß es dann Abschied nehmen, was einige Schülerinnen und Schüler sogar zu Tränen rührte.  Ein besonderes Highlight des diesjährigen Austauschs war der Tanz der Belgijka auf dem abendlichen Busbahnhof des Johannes-Kepler-Gymnasiums mit vielen begeisterten Eltern und gerührten Lehrern.

Eine gelungene Woche ging so zu Ende und wir freuen uns schon sehr auf den Besuch bei unseren (neu gewonnen) polnischen Freunden.

Unterstützt wurde dieses Austauschprojekt vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk und Dr. Jerzy Wegrzynowski, dem Leiter der Jugendherberge Spohns Haus.

 

Sibylle Schmidt


Schüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums besuchten das Konzentrationslager Auschwitz

Im Rahmen der Schulpartnerschaft des JKG in Lebach mit dem Lyceum in Kamien (Südostpolen) besuchten 20 Schülerinnen und Schüler mit Herrn  Werner Huppert, Frau Carolin Krämer und Frau Christel Wallerstedt die polnischen Austauschpartner, um sich mit der gemeinsamen Vergangenheit in Polen zu beschäftigen. Tiefe Betroffenheit herrschte natürlich bei der Besichtigung von Auschwitz und Birkenau, welche später zu interessanten Diskussionen und Fragen führte.

Gemeinsame Ausflüge führten auch nach Krakau, einstige Hauptstadt und heute Weltkulturerbe. Besonders das Flair des Marktplatzes mit Livemusik, Akrobaten, Theatergruppen und Puppenspielern sorgte für eine ausgelassene Stimmung.

Ausflüge ins Bieszczady-Gebirge, zur Talsperre von Solina, nach Rzeszow, Besichtigungen von Schlössern und Museen, ebenso gemeinsames Kochen, Singen und Tanzen rundeten die Einblicke in den polnischen Alltag ab.

Vor allem die Erfahrung, auch in den polnischen Familien zu wohnen,  war durch die große Gastfreundschaft ein prägendes Erlebnis für die deutschen Schüler. Jetzt freuen sich alle auf den Gegenbesuch der polnischen Schülergruppe, der vom 16. – 22.06.2013 stattfinden wird.


Bildbox Polen 2013


Schüleraustausch mit dem polnischen Gymnasium in Kamien

Bereits seit 2007 führt Frau Wallerstedt mit einem polnischen Gymnasium in Kamien, Südostpolen, regelmäßig einen Schüleraustausch durch. Diese Grenzregion hat mit dem Saarland einen Staatsvertrag, was eine Unterstützung aller Projekte bedeutet. Genau wie das Saarland liegt dieses polnische Bundesland Podkarpackie in einem Dreiländereck: Polen, Slovakei und Ukraine.Die nächst größeren Städte sind Rzeszow und Krakau.

Es fahren jedes Jahr etwa 25 Schüler/innen nach Polen und es besuchen etwa genau so viele polnische Schüler/innen im Austausch uns. Während wir ab dem Flughafen Hahn fliegen, kommen die polnischen Gäste mit dem Bus, was eine lange Reise beinhaltet!  Das Programm für die Schüler/innen des JKG in Polen ist sehr abwechslungsreich, beginnt stets mit Besichtigungen der Umgebung von Kamien: Schloss Lancut, Stadt Rzeszow mit der unterirdischen Stadt, die Architektur der Holzkirchen von Podkarpackie, Bunker der Molotow-Befestigungsanlagen, Mittelstädte mit kulturellem und handwerklichen Erbe, Attraktionen sind immer die Workshops für Töpfern und Flechten von Körben. Aber auch Angeln, Reiten, Kutschfahren, Grillen im nahen "Urwald"...sind beliebt! Höhepunkt ist die Fahrt nach Krakau mit dem größten mittelalterlichen Marktplatz Europas, den Tuchhallen und der berühmten Marienkirche. Da Krakau jahrhundertelang die Hauptstadt und Königstadt Polens war, befindet sich hier auch das nationale Heiligtum, der Wawel. Dies ist eine Burg und Befestigungsanlage mit einer großen Kathedrale, die unter anderem die Gräber der polnischen Könige und großer polnischer Künstler beherbergt. Für die Schüler ist auch der riesige Marktplatz mit den vielen Attraktionen ein Highlight: Live-Bands,Puppenspieler, Schauspieler, Stelzenläufer, Pantomimen...versetzen in Urlaubslaune.Die Fabrik von Schindler (bekannt aus dem Film:"Schindlers Liste") ist hier im Original zu besichtigen.Auch das Konzentrationslager Ausschwitz ist im Rahmen einer Fahrt von etwa vier Stunden zu besuchen, was wir dieses Jahr einmal wagen. In dieser Region, in der unsere Austauschschule liegt, lebten vor dem Zweiten Weltkrieg etwa eine Million Juden, die fast alle nach Ausschwitz deportiert und vergast wurden.   Etwa 10 Kilometer vor den Stadtmauern Krakaus wurde früher Salz in einem Bergwerk abgebaut. Weil niemals ein Unglück passiert ist, schlugen als Dank dafür die Bergmänner in etwa 100 Meter Tiefe einen Dom in dieses Salzgestein. Da die Wände, Decke, Boden, Statuen, Bänke, Lüster...aus Salz bestehen, glitzert all dies bei Festbeleuchtung wie im Märchen!  Auch das Hochgebirge in dieser südöstlichen Ecke Polens lockt mit vielen Attraktionen:Flüsse, auf denen man Floß fahren kann, große Talsperren mit Stauseen, Wälder mit schroffen Felsen und einer wunderschönen Pflanzen- und Tierwelt. Bunte Blumenwiesen in allen Farben konnten wir hier bestaunen! In Rückzugsgebieten leben hier sogar noch wilde Bären und Wölfe. Besonders diese reichen Naturschätze faszinierten unsere Schüler/innen  immer wieder. Wir haben auch die "Storchjenregion" besucht, wo fast auf jedem Haus ein Storchennest ist. Diese Störche waren so zahm, dass sie uns auf der Straße nachgelaufen sind, was für viele eine Gaudi war! Aber weitaus am beeindruckendsten ist das Kennenlernen der Menschen in Podkarpackie. Noch nie haben wir eine solche Herzlichkeit und Gastfreundschaft erfahren! Unsere Schüler/innen sind in der schuleigenen Jugendherberge untergebracht und verbringen nach Wunsch ein Wochenende in den Familien. Nach anfänglichen Bedenken  wagen stets alle dieses "Kleine Abenteuer" und kommen montags begeistert zurück!  

Während des Rückbesuchs der polischen Schüler im Saarland können unsere Schüler/innen diese Woche ebenfalls alle Ausflüge mitmachen. Hierbei erkunden wir eine Stadt im nahen Ausland: Metz oder Straßburg oder Luxemburg... Im Mittelpunkt aller Reisen stehen aber das Saarland und das angrenzende Rheinland-Pfalz: Saarburg, Trier, Pirmasens... Auch für viele unserer Schüler/innen gibt es bei diesem saarländischen Kultur- und Naturgut viel Neues zu entdecken, so dass keine Langeweile aufkommt. Naturdenkmäler sind vor allem die Homburger Sandsteinhöhlen, Tropfsteinhöhle in Niedaltdorf, der Schaumberg mit den Halbedelsteinen (Tholeyit)......

Andere Tagesfahrten werden von bestimmten Themenkreisen strukturiert: Auf den Spuren des Karbon - Hier besuchen wir Gondwana-Park in Reden und den Rischbachstollen in St. Ingbert, wo man im Lehrstollen in 60 Meter Tiefe mit einem Presslufthammer "Kohle macht" oder Eisenerz aus einer Ader schlägt. Auch die unterirdische Eisenbahnfahrt oder das Erlebnis absoluter Dunkelheit und Stille beeindrucken alle immer wieder! Ein anderer Themenschwerpunkt kann "Die Welt der Römer" sein: Hier stehen Besuche in Schwarzenacker, Villa in Nennig oder die älteste Stadt Deutschlands, Trier, an. Unsere Landeshauptstadt Saarbrücken mit dem Schloss, den Schlosshöhlen und der herrlichen Stengel-Architektur, verbunden mit den vielen Unterhaltungsmöglichkeiten, runden das Ausflugsprogramm hier ab. Daneben organisieren wir auch sportliche Aktivitäten und Spiele, was besonders vielen Freude macht und die Jugendlichen einander näher bringt. Interessant sind die Erfahrungen unserer Schüler/innen, die Jugendliche mit anderen Wertvorstellungen hier kennenlernen: Kultur, Liedgut, Tanz, Handwerk und Religion haben noch immer einen sehr hohen Stellenwert im polnischen Alltag. Oft kamen wir ins Grübeln, wenn wir uns fragten, welche Rolle im Alltag unser kulturelles Erbe spielt. Erschreckend war jedes Jahr für die Polen, dass die deutschen Schüler/innen nicht ein deutsches Lied singen konnten, höchstens englische oder französische! Diese Tatsache hat manche Diskussion entfacht! Auch kulinarische Erfahrungen werden reichlich gemacht: In gespielten Kochshows und Wettbewerben kochen wir jeweils die Gerichte der Regionen und haben schon viele Rezepte ausgetauscht!   Abschließend ist zu sagen, dass wir jedes Jahr alle zusammen zwei herrliche, interessante und lehrreiche Wochen verbringen! Dieser Austausch erweitert unser aller Horizont und baut viele Vorurteile ab. Wagen Sie, Ihre Kinder hierbei anzumelden und erfahren Sie genau dieses aus dem Munde der eigenen Kinder sowie der Gastkinder!   Christel Wallerstedt