DIGI CAMP am JKG

Digitales Leben: Workshop an Lebacher Gymnasium

Das Johannes-Kepler-Gymnasium Lebach bedankt sich bei den Sponsoren BG 3000, TÜV Rheinland und der Barmer, ohne die eine solche Veranstalltung nicht möglich gewesen wäre.

Ein ganz besonderer Dank gilt auch unserer Lehrerin Anka Stahl-Steiner, die diese Veranstalltung hervorragend koordiniert und organisiert hat. DANKE ANKA!

 

„Immer online, nie wieder allein?“ – Unter diesem Motto findet zurzeit am Johannes-Kepler-Gymnasium in Lebach ein Workshop für Schüler, Eltern und Lehrer statt. Noch bis Donnerstag sollen die Teilnehmer in interaktiven Trainings den sicheren und gesunden Umgang mit der digitalen Welt erlernen. Unterstützt werden sie dabei von bekannten Social-Media-Persönlichkeiten, Medienpädagogen und Psychologen. Immer erreichbar sein, Hasskommentare wegstecken und die eigene Privatsphäre gefährden: Das Internet bietet eine ziemlich große Plattform für digitalen Stress. Und mit diesem Stress muss irgendwie umgegangen werden. Gerade junge Menschen verwirklichen sich immer mehr in den neuen Medien und sozialen Netzwerken. Oft ist ihnen dabei nicht bewusst, welche Gefahren das mit sich bringen kann.

Um mehr Transparenz in die Onlinewelt zu bringen und über einen gesunden Umgang mit den Medien aufzuklären, haben die Barmer, der TÜV Rheinland und das Unternehmen BG3000 das Projekt DIGI CAMP ins Leben gerufen, das nun bundesweit zum zweiten Mal umgesetzt wird – diesmal im Saarland. Noch bis Donnerstag lernen die Teilnehmer, hauptsächlich Neuntklässler des Johannes-Kepler-Gymnasiums, in verschiedenen Kursen den Umgang mit der digitalen Welt. „Die Schüler sind uns weit voraus, was Technik betrifft“, sagt Hans Hermann, Schulleiter des Johannes-Kepler-Gymnasiums. „Man darf nicht die Augen zu machen und sagen: Die Digitalisierung geht mich nichts an. Denn das tut sie.“ Laut Hermann ist es die Aufgabe der Politiker, dafür zu sorgen, dass die Schulen mit ausreichendem Technik-Equipment sowie mit einer schnellen Internetverbindung ausgestattet werden. „Man sollte den Schulen nicht nur Aufgaben geben, sondern auch Mittel, um diese umzusetzen“, sagt Hermann.

Bei dem Workshop ist es den Organisatoren besonders wichtig, nicht mit erhobenem Zeigefinger auf die Schüler zuzugehen, sondern stattdessen mit ihnen gemeinsam zu arbeiten. „Deswegen auch die Social Media-Stars. Das sind Menschen mit einer enormen Reichweite, zu denen unsere Schüler hinaufschauen", erklärt Stefan Poppelreuter, leitender Psychologe beim TÜV Rheinland. Wenn die über einen gesunden Umgang mit dem Internet sprechen, habe das ein ganz anderes Gewicht.

Insgesamt gibt es vier Workshops: YouTube unter der Leitung des YouTubers Julez, Instagram mit dem Instagrammer Michael Bednorz (michilifestyle), Bloggen unter der Leitung von Vanessa Pfister (Pieces of Mariposa) und Journalismus im digitalen Zeitalter mit Nachwuchsschauspieler Akeem van Flodrop.

Workshop: Journalismus im digitalen Zeitalter

 

Die Tatsache, dass das Medium Internet in den letzten 20 Jahren die Gesellschaft massiv beeinflusst hat, hat Auswirkungen auf sämtliche sozialen Systeme, wie Politik, Wirtschaft und dementsprechend auch die Berichterstattung. Nichts geht mehr ohne soziale Medien. Gerade für junge Menschen ist es bequem, Nachrichten über Plattformen wie Facebook und vermehrt auch Snapchat zu konsumieren. Dass es dabei irgendwann zu "digitalem Stress“ kommt, ist nicht verwunderlich.

Genau daran möchte der 26-jährige Social Media-Trainer und Nachwuchsschauspieler Akeem van Flodrop mit den Lebacher Schülern arbeiten. Und das Ganze scheint Erfolg zu haben. In einem selbst produzierten Snapchat-Video zeigen drei Schülerinnen im Rahmen des Workshops ihren Mitschülern, was sie gelernt haben. Ihre Botschaft: „Was bringen einem Likes und Kommentare, wenn sie doch nur auf dem Bildschirm sind? Das sind keine echten Freunde. Echte Freunde treffen sich mit dir am Nachmittag. Das ganze Online-Zeug macht einen riesigen Druck. Nehmt ihn euch selbst!"

Workshop: Instagram

 

Wie werde ich zu einer coolen digitalen Persönlichkeit? Was sind die richtigen Hashtags? Wie verdiene ich mit Instagram-Fotos Geld? Diesen Fragen ist der 23-jährige Instagrammer Michael Bednorz gemeinsam mit den Schülern auf den Grund gegangen. Auf seinem Account "michilifestyle_" findet man nicht nur fotografiertes Essen, sondern auch Ratschläge zu den verschiedensten Lebensbereichen. Das imponiert den Schülern.

Workshop: Bloggen

 

"Was schätzt ihr, wie lange sitzt man an so einem Blogeintrag?" - das war die erste Frage, die Vanessa Pfister den Lebacher Schülern gestellt hat. "Die meisten hatten tatsächlich eine ganz realistische Einschätzung: sechs bis acht Stunden", sagt sie. Die 30-jährige Nürnbergerin bloggt unter dem Namen "Pieces of Mariposa" seit einigen Jahren rund um die Themen Mode, Reisen und Lifestyle. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel Arbeit tatsächlich hinter so einem Blog steckt, dürfen die Workshop-Teilnehmer das Ganze mal selbst in die Hand nehmen.

In Kleingruppen erstellen sie vollständige Blogeinträge. Manche schreiben Reviews über Fantasy-Filme, andere bloggen über Sport und wieder andere haben sich für Musikthemen entschieden. Dabei sind die verschiedensten Formate zustande gekommen.

"Ich finde dieses Projekt hier klasse. So etwas hätte ich mir für mich damals auch gewünscht. Denn inzwischen musst du einfach so gut auf dich aufpassen im Internet", sagt Vanessa.

Workshop: YouTube

 

YouTuber sind schon längst die Popstars von heute. Mit ihren teilweise riesigen Fangemeinden begeistern sie die Menge. Einer dieser YouTuber ist Julian "Julez" Weissbach aus Unna. Er hat bereits mit Größen wie Luke Mockridge zusammengearbeitet und kennt sich im YouTube-Bereich bestens aus. Dementsprechend hat er auch schon mehrere Seminare für Jugendliche gegeben. "Die Kids sind offen und es macht Spaß. Das ist das Wichtigste", sagt Julian.

Um ein Gefühl für für die Plattform YouTube zu bekommen und herauszufinden, wie man mit negativen Reaktionen auf die ins Netz gestellten Videos umgeht, produzieren die Schüler des Lebacher Gymnasiums unter der Aufsicht des YouTubers eigene Videos. Aber nicht irgendwelche. Die Aufgabe: Der Inhalt soll zeigen, welche Schwierigkeiten und Gefahren wie Suchtpotenzial und Cybermobbing die Plattform YouTube hervorrufen kann. Gemeinsam wird dann überlegt, wie man mit solchen Situationen umgeht.