Politik

StR Dr. Horst Schichtel FL'in i.A. Irmtraud Dörr StRef Brittner Sacha
StR'in Anka Stahl-Steiner A. Omlor Stephan  

Politikunterricht hautnah

Exkursion ins Amtsgericht Lebach

Im Rahmen der Klassenstufe 9 lernen die Schüler das Rechtssystem der BRD kennen. Dabei haben die Klassen 9bm und 9cm des JKG nicht nur gelernt, ab wann sie strafmündig oder geschäftstüchtig sind, sondern haben sich auch mit dem Aufbau des Gerichtswesens, den Maßnahmen des Jugendgerichts gegen einen jugendlichen Straftäter oder dem Ablauf einer Gerichtsverhandlung beschäftigt.

Um die in der Theorie erlernten Unterrichtsinhalte auch mal in der Praxis angewandt zu sehen, nahmen beide Klassen die Möglichkeit wahr, einer Gerichtsverhandlung im Amtsgericht Lebach beizuwohnen und so Politikunterricht „hautnah“ mitzuerleben. Die verhandelten Tatbestände reichten von Beleidigung über Betrug und Fahren ohne Versicherung bis hin zum Fahren unter Alkoholeinfluss und ermöglichten den Schülern einen Einblick in die Härte oder auch Milde unseres Rechtssystems zu erlangen.

Im Anschluss an die einzelnen Verhandlungen bot sich den Schülern die Möglichkeit Fragen zu stellen und von dem Fachwissen der Staatsanwältin und Richterin zu profitieren. Urteile konnten hinterfragt, Hintergrundinformationen in Erfahrung gebracht und offene Fragen aus dem Unterricht beantwortet werden.

Der Besuch der Gerichtsverhandlung sollte jedoch nicht ergebnislos verpuffen, sondern diente gleichfalls der Vorbereitung: im Anschluss wurde die Klasse auf Basis der Auswertungen der Exkursion selbst zu Richtern, Staatsanwälten, Verteidigern, Zeugen und Angeklagten und simulierte eine eigene Gerichtsverhandlung. So mussten Richter und Schöffen beispielweise die Gerichtsverhandlung leiten und auf deren korrekten Ablauf achten, Staatsanwälte eine Anklageschrift und ein Plädoyer verfassen und vieles mehr.

Vielleicht wurde ja der Grundstein für eine zukünftige Staatsanwältin oder einen zukünftigen Richter gelegt…!


Exkursion der Klassenstufe 10 des Johannes-Kepler-Gymnasium nach Bonn

Fast schon eine Tradition hat die Fahrt der Klassenstufe 10 des Johannes-Kepler-Gymnasium nach Bonn zum Bundesministerium für Verteidigung und zum "Haus der Geschichte". Welche Aufgaben hat die Bundeswehr? Wie sehen die Grundzüge deutscher Sicherheits- und Verteidigungspolitik aus? Welche Rolle spielt Deutschland in der internationalen Sicherheitspolitik? Fragen, mit denen sich die Schülerinnen und Schülern des JKG bei ihrem Besuch des Verteidigungsministeriums in Bonn mit Jugendoffizier Hauptmann Beck auseinandersetzten. Im offenen Dialog wurden dabei den Schülern der Klassenstufe 10 nicht nur die Grundsätze der deutschen Sicherheitspolitik vermittelt, sondern auch aufgezeigt, wie globale Politik funktioniert. Jugendoffizier Hauptmann Beck gelang es, den Schülerinnen und Schülern in einem bewegenden Vortrag über den Terrorismus und die Rolle der IS, aktuelle Politik greifbar zu machen und den Blick auf die Welt, die Menschen sowie die eigene Verantwortung zu schärfen.

Nach dem Besuch des Verteidigungsministeriums ging es Richtung Bonn Innenstadt. Ein kurzer Blick auf das alte Bundeskanzleramt und die Villa Hammerschmidt - dann tauchten die Jugendlichen im "Haus der Geschichte" ab in die Anfänge der Bundesrepublik Deutschland. In dem Museum der besonderen Art wurde für die Schüler Zeitgeschichte lebendig. Faszinierende Ausstellungsobjekte veranschaulichten politische Ereignisse und Alltagsgeschichte von der Nachkriegszeit bis heute so reizvoll, dass der Nachmittag wie im Flug verging. Zu den Highlights gehörten ein "Rosinenbomber", die erste Bundestagsbestuhlung, eine Eisdiele aus den 1950er Jahren und der Hippie-Bulli, der an die Zeit von „Love and Peace“ erinnert. Im Untergeschoss bewunderten die Jugendlichen den ersten Dienst-Mercedes von Konrad Adenauer und den Eisenbahn-Salonwagen der Bundeskanzler.

"Politik ist alles andere als langweilig", kommentierte eine Schülerin den erlebnisreichen Tag treffend, als die Schülerinnen und Schüler des JKG mit ihrem Politiklehrer Herr Omlor und ihrer Politiklehrerin Frau Stahl-Steiner am Abend wohlbehalten und voll neuer Eindrücke wieder in Lebach ankamen.


Hauptthema waren die Flüchtlinge

Sozialministerin Monika Bachmann zu Gast im Johannes-Kepler-Gymnasium

Anlässlich der Europäischen Woche gehen Politiker in Schulen und diskutieren mit den Schülern über europa-politische Themen. Sozialministerin Monika Bachmann besuchte das Johannes-Kepler-Gymnasium in Lebach.

Von SZ-Mitarbeiterin

Carolin Merkel

Lebach. „Für uns Politiker ist es unheimlich wichtig, die Meinungen der Bürger zu hören. Denkt nur nicht, eure Wortmeldungen sind vergessen, wenn ich ins Auto steige. Ich werde mir vieles notieren, einiges mitnehmen“, erklärte Sozialministerin Monika Bachmann am Ende der Diskussionsrunde am Johannes-Kepler-Gymnasium Lebach. Im Rahmen der europäischen Woche war die Politikerin zu den Elftklässlern gekommen, um unter dem Motto „Freundschaft mit den Nachbarn“ vor allem die Europa-Politik zu diskutieren. Die wurde angeschnitten, doch die aktuelle Lage der Flüchtlinge, die unmittelbare Nähe zur Landeswohnsiedlung, der Themenvorschlag des Schulleiters Hans Herrmann und nicht zuletzt ihre Aufgabe als Integrationsministerin gab das Hauptthema vor.

Von der Erstversorgung in Lebach bis zum ehrenamtlichen Engagement in fast allen saarländischen Kommunen zeigte Bachmann den Weg auf, den sie sich für die Flüchtlinge wünscht. Erst noch ein wenig zögerlich fühlten die Schüler Bachmann schließlich auf den Zahn, äußerten ihre Bedenken, auch ihren Unmut über die europäische Flüchtlingspolitik. „Union heißt doch auch Solidarität, wieso spielen sich die Länder dann gegenseitig aus, wenn es um Flüchtlingspolitik geht?“, fragte Niklas Schu. Eric Spaniol hatte sich gut vorbereitet, konfrontierte Bachmann mit aktuellen Zahlen aus den EU-Ländern: „Wieso gibt es Länder wie Lettland, die nur 150 Flüchtlinge aufnehmen?“

Zoe Länger beschäftigt vor allem die Tatsache, dass so viele Menschen ihr Leben riskieren, ohne zu wissen, ob sie überhaupt Asyl erhalten werden. „Kann man nicht schon in den Ländern den Menschen Auskunft geben, dann würden sie die Reise vielleicht gar nicht antreten?“ Auch das Verfahren so lange dauern und die Flüchtlinge hier erst einmal keine Sprachkurse erhalten, beschäftigt die Jugendlichen.

„Leider ist die Welt nicht so, wie wir sie haben wollen. Ich mache ihnen allen den Vorschlag mich einen Tag zu begleiten, besuchen wir die jungen Flüchtlinge, die mutterseelenallein nach Deutschland gekommen sind, gehen wir zur Ausländerbehörde“, forderte die Ministerin die Schüler auf. Die dankten ihr für das offene Gespräch auf Augenhöhe mit Beifall.


"Wahl-O-Mat on Tour" Politiker stehen Schülerinnen und Schülern des Johannes-Kepler-Gymnasiums persönlich Rede und Antwort

"Ein Spielzeug, das zum Wählen verführt", bringt ein Schüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums die Veranstaltung "Wahl-O-Mat on Tour", organisiert und geleitet von der Bundeszentrale für politische Bildung, auf den Punkt. Der "Wahl-O-Mat" ist ein Angebot der bpb in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung, dem Landesjugendring Saar und der Arbeitskammer des Saarlandes. Seit 2002 ist der "Wahl-O-Mat" im Einsatz, um besonders junge Wähler zu informieren und zu mobilisieren.

Am Freitag verlief der Politikunterricht der beiden Politikkurse der Klassenstufe 11 des Johannes-Kepler-Gymnsiums einmal ganz anders als sonst. Im Hörsaal der Schule stellten Vertreter aus den führenden regionalen Parteien zunächst in einem interessanten Frage- und Antwort - Spiel die Positionen ihrer Parteien zu ausgewählten Thesen vor. Jeder Politiker hatte dabei nur 60 Sekunden Zeit, um zu einer aus 38 zufällig ausgewählten Thesen Stellung zu beziehen. Auf dem Programm standen dabei konkrete gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Grundfragen. Gar nicht so einfach für den einzelnen Politiker, kurz und prägnant die eigene Sichtweise auf den Punkt zu bringen! Und vor allem kurzweilig und abwechslungsreich für die Schülerinnen und Schüler, die sich nicht mit langatmigen und ausufernden Beiträgen auseinandersetzen mussten, sondern eine Diskussion erlebten, die zeigte, wie spannend Politik sein kann.

In einer anschließenden offenen Diskussion mussten sich die Vertreter der Parteien den kritischen Fragen der Oberstufenschülerinnen und -schüler stellen. Im Mittelpunkt der Fragen stand neben der Wirtschaftspolitik auch die Krise in der Ukraine. In ihren Fragen zeigten die beiden Politikkurse, wie wichtig der Jugend heute eine bürgernahe und gerechte Politik ist. Von Scheu den Politikern gegenüber war dabei keine Spur! "Wir haben mit unserer regen Beteiligung bewiesen, dass wir durchaus politisch interessiert sind", fasst Christoph Zoller, Oberstufenschüler des JKG, die 90 Minuten-Veranstaltung treffend zusammen.


Ziele und Aufgaben des Fachs Politik

„Politik? Das interessiert mich nicht!“ - „Politik? Was geht das mich an?“

Diese Ansichten sind unter Jugendlichen häufig anzutreffen. Und sie zu ändern, ist das zentrale Anliegen des Fachs Politik. Dazu vermittelt das Fach Kompetenzen in fünf Bereichen:

Sachkompetenz: Grundlage jeder Auseinandersetzung mit einem Thema ist Wissen. Deshalb vermittelt das Fach Politik die grundlegenden Informationen darüber, wie Gesellschaft, Staat und Wirtschaft ablaufen. Und dies erfolgt nicht nur in der Schule, sondern auch im Rahmen von Exkursionen, die ein Lernen vor Ort ermöglichen.

Methodenkompetenz: Oft fehlen Informationen, oder sie sind nicht richtig aufbereitet oder sogar verfälscht. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, sich mit den Wegen vertraut zu machen, auf denen man Wissen gewinnen kann. Daneben steht die Auswertung von Quellen aller Art im Mittelpunkt,  um sich durch richtiges Beurteilen von Forschungsbefunden und ihre fachgerechte Aufbereitung sachkundig zu machen.

Beurteilungskompetenz: Subjektive Urteile und bloßes „Meinen“ sind sehr häufig anzutreffen. Um so wichtiger ist es daher, qualifiziertes Urteilen zu erlernen. Objektive Bewertung der Fakten und sorgfältiges Abwägen von Begründungen sind seine Basis.

Orientierungskompetenz: Das Leben in einer pluralistischen Demokratie mit vielen sich überlagernden oder sogar widersprechenden Meinungen und Interessen ist schwierig. Deshalb will das Fach Politik Hilfe bei der Orientierung geben und zu einer grundsätzlichen Bejahung der demokratischen Ordnung beitragen.

Handlungskompetenz: Alle Kompetenzen münden in der Fähigkeit, am gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben teilzuhaben. Das bedeutet, seine Möglichkeiten als aktiver Bürger wahrzunehmen und zugleich die Grenzen und Spielregeln zu kennen, die eigenen Interessen zu wahren, ohne die anderer zu missachten.

Am Ende des Fachunterrichts soll dann die Einsicht stehen: „Politik geht alle an – also auch mich!“ - „Politik? Na klar!“


Stadtexkursion nach Bonn

„Nach so einem Tag sieht man die Nachrichten mit anderen Augen! Die Frage nach Frieden und Sicherheit in der Welt wird so viel präsenter. Der konkrete Einblick in den Einsatz der Bundeswehr am Horn von Afrika zeigt, wie wichtig es ist Verantwortung zu übernehmen und Menschen in solchen Gebieten einen anderen Weg aufzuzeigen“, meint Marvin Trenz, Schüler der Klasse 10d des Johannes-Kepler-Gymnasiums nach dem Vortrag des Jugendoffiziers Brake, Oberleutnant zu See.

Im Januar fuhren die Klassen 10 b, 10c, 10 d und der Grundkurs Politik 11 des JKG gemeinsam mit ihren Politiklehrern Irmtraud Dörr, Anka Stahl-Steiner und Dr. Horst Schichtel unter der Leitung des Jugendoffiziers Moritz Brake zum Bundesministerium für Verteidigung nach Bonn.

Nach etwa drei Stunden Busfahrt wurden die Schülerinnen und Schüler auf der Hardthöhe von Oberleutnant Brake in Empfang genommen. Nach Soldaten hielten die Schülerinnen und Schüler hier vergebens Ausschau, denn als Zweitdienstsitz ist das Ministerium mit seinen 1500 Mitarbeitern überwiegend mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt.

In einem zweistündigen, sehr kurzweiligen Vortrag des Oberleutnants zu See erhielten die Schüler erste Einblicke in die Friedens- und Sicherheitspolitik, die auf dem Lehrplan „Politik“ der Oberstufe steht. Einer bewegenden Schilderung der Arbeit der Bundeswehr vor der Küste Somalias im Kampf gegen die Piraterie folgten die Schüler äußerst gespannt. Die persönlichen Erfahrungen des Oberleutnants warfen bei den Schülern viele Fragen auf, die das Interesse der Jugendlichen an der Rolle der BRD bezüglich der globalen Herausforderungen verdeutlichten.

Nach einem Mittagessen in der Kantine des Ministeriums ging es weiter zum Haus der Geschichte, einem Ort, der laut Sarah Endres „Geschichte so greifbar macht, wie es im Geschichtsunterricht gar nicht möglich ist“. Zwei Stunden Zeitreise durch die beeindruckende Dauerausstellung des Museums genügten den Schülerinnen und Schülern kaum, um ihre Neugier zu stillen. Die vielen Ausstellungsstücke, die Zeitgeschichte erlebnisorientiert präsentieren und veranschaulichen, fesselten die Schüler und machten nachdenklich.

Am Abend kamen alle vollgepackt mit Erfahrungen und zahlreichen Bildern in Lebach an. Ein rundum gelungener Tagesausflug ging zu Ende.

Bilder der Exkursion


Praktischer Politikunterricht

Die Klasse 10a war zusammen mit ihrem Klassenlehrer Willi Philippi und der Politiklehrerin Irmtraud Dörr zu Besuch im Europäischen Parlament in Straßburg.

Nach einer aufwendigen Sicherheitsüberprüfung und einem Gang durch das neue Louise Weiss Gebäude hatten die Schülerinnen und Schüler 90 Minuten lang die Gelegenheit, dem saarländischen Europaabgeordneten Jo Leinen ihre Fragen zu stellen. In diesem Gespräch informierte der Abgeordnete über die vielfältigen Probleme, mit denen sich die Europaabgeordneten befassen müssen, aber auch über die Probleme, die sich in der Kommunikation untereinander bei der Sprachenvielfalt in der EU ergeben können. Er appellierte an die Schüler, den Sprachunterricht in der Schule ernst zu nehmen, um im späteren Berufsleben bessere Chancen zu haben.

Daran schloss sich ein Besuch im Plenum an, das sich in Vorbereitung der UN-Konferenz in Cancun mit der Position der EU zur Klimaproblematik beschäftigte. Es blieb auch noch genügend Zeit, sich die Sehenswürdigkeiten von Straßburg rund um das Münster anzusehen. Für die Schülerinnen und Schüler war es eine interessante Erfahrung, Unterrichtsstoff nicht aus dem Lehrbuch, sondern in der Praxis zu erfahren.


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