Katholische Religion


Michaelskapelle feierlich wiedereröffnet

Am Montag, den 6. Februar 2016, fanden die rund achtjährigen Vorarbeiten und Bemühungen zur Erhaltung der Michaelskapelle auf unserem Lebacher Schulcampus mit deren Wiedereröffnungsfeier einen erfolgreichen Ab-schluss.
Die Veranstaltung führte Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und andere Mitglieder der zahlreichen Schulgemeinschaften, Finanzminister Stephan Toscani und weitere Vertreter der Politik, des Deka-nats Dillingen und des Bistums Trier zusammen, um gemeinsam zu feiern. Neben Grußworten, einer Präsenta-tion und einem spirituellen Impuls wurde die Feier durch musikalische Beiträge von Schülergruppen der umlie-genden Schulen getragen. Jedes gesprochene und gesungene Wort wurde stets in Gebärdensprache über-setzt; die in neuem Weiß erstrahlenden Kirchenwände wurden effektvoll beleuchtet und die jungen Chorstim-men bewegten im wundervollen Hall des Raumes die Zuhörer.
Klasse 7b des JKGs überzeugt durch Klassenchor
Das Johannes-Kepler-Gymnasium war durch den Klassenchor der 7b unter der Leitung von Frau Grüner vertre-ten. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten den im zweistündigen Musikunterricht einstudierten Song „Count on me“ von Bruno Mars. In Anbetracht der Tatsache, dass lediglich die ersten Wochen des Jahres als Probezeit zur Verfügung standen, beeindruckte die Klasse durch ihren auswendig und zweistimmig vorgetrage-nen Beitrag.
Der Auftritt, der als Ergebnis eines handlungs- und produktorientierten Musikunterrichts zu verstehen ist, steht stellvertretend für den überwiegend musikpraktisch ausgerichteten Musikunterricht am JKG. Neben Bläser- und Bandklassen in den Klassen Fünf bis Sieben nimmt das Klassenmusizieren auch in anderen Klassen einen wichtigen Platz ein. Wie Schülerinnen und Schüler von einem auf die Musikpraxis abzielenden Unterricht profi-tieren, zeigt die Auftrittserfahrung der 7b.
Nach Aussage der Schülerinnen und Schüler sei es spannend „rauszukommen“, etwas vorzutragen und sich zu trauen. Die Michaelskapelle bot für einen Auftritt eine besondere Atmosphäre und ein außergewöhnliches Klangerlebnis. Die Probearbeit, die auch Stimmbildung beinhaltete, habe ihnen geholfen, etwas über sich selbst zu erfahren sowie sich in der Gruppe zu erleben. Die Mädchen und Jungen der Klasse waren stolz darauf, in so kurzer Zeit etwas auf die Bühne gebracht zu haben und hoffen, auch zukünftig ihre Freude am gemeinsamen Singen nach außen tragen zu können. Die Michaelskapelle wird zweifelsohne dafür gerne ihre Pforten öffnen.

Die Michaelskapelle im Wandel der Zeit
Mit der Wiedereröffnung der Michaelskapelle beginnt ein neues Kapitel in der bewegten Geschichte des Ge-bäudes, das kurz vor dem Zweiten Weltkrieg ursprünglich als Fahrzeughalle für die Kasernenanlage ringsum konzipiert und ab 1938 errichtet worden war.
Nachdem der Bau während des Krieges vorrangig als Kriegslazarett und nach dessen Ende zur Unterbringung von displaced persons (der vormals nach NS-Deutschland verschleppten ehemaligen Zwangsarbeiter) diente, kann für das Jahr 1950 nach umfassenden Sanierungsarbeiten eine erstmalige Nutzung als Kapelle nachge-wiesen werden. Die Umfunktionierung fällt in etwa in die gleiche Zeit wie die Gründung bzw. Neugründung der Schuleinrichtungen (wie bspw. die des Johannes-Kepler-Gymnasiums 1956) und des Lehrerseminars in den ehemaligen Kasernengebäuden des Campus, die die Kapelle nutzten. Dadurch wurde aus einem Ort militäri-schen Drills ein Ort der (Gottes-)Begegnung, an die Stelle der Soldaten traten Schüler, Lehrer und zunehmend auch die Lebacher Bevölkerung, bei der die Kapelle noch immer ein hohes Ansehen genießt und mit vielen per-sönlichen Erinnerungen verbunden ist.
Bis Mitte der Achtzigerjahre zeigten sich jedoch bauliche Mängel, die gottesdienstliche Nutzung kam in den bei-den folgenden Jahrzehnten nahezu zum Erliegen. Der Dornröschenschlaf der Kapelle endete erst wieder mit dem Jahr 2008. Seitdem setzte sich eine Interessengemeinschaft der fünf Schulen des Campus, in der auch
das Johannes-Kepler-Gymnasium vertreten ist, nachdrücklich für die Sanierung des Gebäudes ein. Seit 2012 trägt dieses Gremium den Namen "Projekt Micha". Im Verbund mit der Schulabteilung des Bistums Trier, den zuständigen Jugendseelsorgern vor Ort sowie dem Finanzministerium des Landes als Eigentümerin des Ge-bäudes entstanden aus der hohen Motivation dieser Gruppe heraus konkrete Renovierungspläne sowie Ideen und Projekte zur Reaktivierung und stärkeren Einbindung der Kapelle in das Schulleben vor Ort.
Die Michaelskapelle als Ort der Begegnung und Erfahrung
Ziel der vielfältigen Angebotsmöglichkeiten und Projektgruppen ist es, die Kapelle für die unterschiedlichen Jahrgänge, Altersstufen und Anforderungen der Kinder und Jugendlichen des gesamten Campus spezifisch zu nutzen und sie dadurch neuerlich zu einem ganz persönlichen Ort der Begegnung und Erfahrung werden zu lassen. So bietet beispielsweise der langsam zur Tradition werdende, einmal pro Halbjahr veranstaltete Couch-tag für die Klassenstufen 10 einen vielbesuchten und liebgewonnenen Platz zum kurzweiligen Ausspannen vom üblichen Schulalltag. An dessen Planung und Durchführung sind insbesondere auch Schüler beteiligt, mit Phi-lipp Löcherbach und Jakob Sauer auch zwei Vertreter des JKG.
Das wöchentliche Angebot von "Micha am Mittag" richtet sich vor allem an die Klassenstufen 8 und 9, um die gemeinsamen Freistunden in der sechsten bzw. siebten Stunde montags und dienstags spielend, miteinander redend, Hausaufgaben vorbereitend oder schlicht und ergreifend einfach nur mal „chillend" verbringen zu kön-nen. Auch für die Klassenstufe 7 hat das Johannes-Kepler-Gymnasium in der zurückliegenden Adventszeit in der Kapelle erstmals einen spirituell-meditativ ausgerichteten Adventsimpuls angeboten, der vonseiten der Schüler auf rege Beteiligung und Interesse stieß und daher eine Wiederholung und Ausweitung des Angebots als sinnvoll erscheinen lässt.


Wozu eigentlich Religionsunterricht?

Im Fach Religion geht es um weit mehr als bloße Vermittlung fachspezifischer Kenntnisse. Es bietet vielmehr Gelegenheit zum Innehalten und damit Raum und Zeit, um über Gott und die Welt nachzudenken. Dies bedeutet, aktuellen Fragestellungen nachzugehen, Sinn- und Lebensfragen der Schüler zu thematisieren und Möglichkeiten der Orientierung für den eigenen Lebensentwurf zu finden. Somit werden neben den Lehrplanthemen immer wieder Themen wie beispielsweise „Sterben und Tod“ oder „Sinn des Lebens“ berücksichtigt.

Zudem geht es im Religionsunterricht wie in jedem anderen Fach auch um Wissensvermittlung. Der Religionsunterricht möchte in erster Linie dazu beitragen, dass Schüler die Wurzeln und Ausdrucksformen ihrer Lebenswelt, welche nach wie vor von christlichen Traditionen, Literatur und Kunst geprägt ist, kennen und verstehen lernen. Darüber hinaus sollen die Schüler und Schülerinnen angesichts der pluralen Gesellschaft, in der sie aufwachsen, auch andere Religionen und Lebenskonzepte erfahren und schätzen lernen.

Der Religionsunterricht trägt somit zum Verständnis sowohl der eigenen Religion als auch fremder Religionen bei und fördert auf diese Weise die Entwicklung der Persönlichkeit. Deshalb ist in unserem Unterricht auch Platz für Schüler, die einer anderen Religion angehören, und ausdrücklich auch für diejenigen, die keiner Religion verbunden sind.


Ziele des Unterrichts

Wir orientieren uns an den fünf zentralen Kompetenzen, die die Kultusministerkonferenz in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) für die Abiturprüfung Katholische Religionslehre festgelegt hat:

1. Religiös bedeutsame Phänomene wahrnehmen und beschreiben,

2. religiös bedeutsame Sprache und Zeugnisse verstehen,

3. in religiösen und ethischen Fragen begründet urteilen,

4. am religiösen Dialog argumentierend teilnehmen und

5. religiöse bedeutsame Ausdrucks- und Gestaltungsformen reflektiert verwenden.


Wie gestallten wir den Unterricht?

In unserem Unterricht bemühen wir uns um unterschiedliche Methoden und Herangehensweisen. Ziel ist es, die Selbsttätigkeit von Schülern zu fördern, indem sie nach Möglichkeit weitgehend selbstständig und produktiv an Themen arbeiten. Darüber hinaus versuchen wir, den klassischen Schulalltag durch Exkursionen, Projekte oder Einladung von Experten zu bereichern. Zudem engagieren wir uns bei  verschiedenen Aktionen wie z. B. für unsere Partnerschule in Bolivien.


Navigation