Geschichte


Erlebtes Museum

Der Geschichtskurs Ge 3, Klassenstufe 10, konnte die saarländische Geschichte am 14.6. sozusagen aus erster Hand erleben: im Historischen Museum Saar. Bereits gut informiert durch die Unterrichtsreihe zur Saargeschichte, welche die „Sonderwege“ unserer Region auslotet, blieb das Museum nicht Anschauungsort, sondern wurde zur Lernumgebung, welche die 19 Schülerinnen und Schüler selbst erkundeten.

In einer ersten Station wurden die Zeit des „Saargebiets“ unter Völkerbundverwaltung  und die Saarabstimmung 1935 untersucht. Je zwei Schüler/innen stellten ein Exponat vor, das sich mit dem Gelernten verknüpfen ließ oder noch Rätsel aufgab, so dass daraus eine eigene Führung nach Schülerinteressen entstand: Fotos von mit Hakenkreuzmotiven geschmückten Häusern in der Abstimmungsphase, den französischen Franc als die damalige Währung oder eine Vitrine voller Kleiderbügel mit Aufschrift, die zeigten, wie präsent damals Juden im Geschäftsleben waren.

Die Saarabstimmung von 1955, deren Plakatschlacht in manchen Motiven an die von 1935 erinnerte, bildete die zweite Phase. Wie hätte man sich entschieden  –  für oder gegen das Saarstatut? Welche Rückschlüsse lassen die Plakate auf den Wahlkampf und die politische Stimmung zu, wenn es heißt „Der Dicke muss weg“? Warum hatte damals ein europäisiertes Saarland  (noch) keine Chance? Auf diese und andere historische Fragen wurden Antworten gesucht, die jeweiligen Alternativen diskutiert.

Auch das Museum selbst wurde zum Thema. Am Beispiel der Gestapozelle wurde deutlich, inwiefern dies die Keimzelle der Ausstellung bildet und damit auch den Museumsort bestimmt. Es sei nicht leicht, sich in den Kellerräumen zurechtzufinden, konstatierten die Schüle/innen im Nachhinein, aber interessant gewesen, sich nach der Lerneinheit noch etwas länger umzuschauen, freiwillig, denn fast alle hatten die elterliche Erlaubnis, sich noch länger in Saarbrücken aufzuhalten.


Begegnung statt Vorurteile

„Geschichte beschäftigt sich mit den Dingen der Vergangenheit, die keine Bedeutung mehr für unsere Gegenwart haben.“ Eine solche Voreinstellung gilt es zu überdenken. Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10 hatten am Freitag, den 16.06.2017, Gelegenheit dazu, als Joram Dan Oppenheimer dem Johannes-Kepler-Gymnasium einen Besuch abstattete. Die Wurzeln seiner jüdischen Familie sind in Lebach zu finden, sodass die Geschichte seiner Familie zugleich ein Stück Lebacher Zeitgeschichte darstellt. Sein Vater floh vor den Repressionen und Verfolgungen der Nationalsozialisten nach Haifa (Israel), wohingegen der Rest der Familie deportiert und ermordet wurde. Vor diesem Hintergrund sieht sich Joram selbst als einen Vermittler zwischen Deutschland und Israel mit der Absicht, eine aktive Verständigung zu fördern. Begegnung sei das wirksamste Mittel, gegenseitige Vorurteile und Vorbehalte abzubauen und Ideologien, die auf Hass in Verbindung mit ebendiesen basieren, eine deutliche Absage zu erteilen. Wir bedanken uns für den Besuch und den angeregten Austausch.       


Museum im Schuhkarton

Sammeln – Forschen – Ausstellen, das sind die Grundaufgaben jedes Museums. Mit 13 Schülerinnen und Schülern des JKG der Klassenstufen 7 bis 10  entstanden an den beiden Projekttagen im November 2016 sieben Museen im Miniformat, die diesen Anforderungen gerecht wurden.

In Schuhkartons, als Räume oder Vitrinen  gestaltet, gab es Naturkundliches zu bestaunen: Edelsteine und Muscheln. Die Kulturgeschichte war mit Ausstellungen zur antiken Götterwelt, mit der Vorstellung des Hinduismus, dem Kunsthandwerk Origami und mit einer Fanpräsentation des 1. FC-Bayern vertreten. Mit  Europa vor der Währungsumstellung zum Euro beschäftigte sich eine Münzpräsentation.

Vom hohen Arbeitsaufwand ließen sich die Teilnehmer nicht entmutigen. Mit Basteln – und bereits hier zeigte sich, dass jeder Karton mit edlen Stoffen zum anspruchsvollen Raum umstrukturiert wurde – war es längst nicht getan. Seit der Vorbesprechung wurde bereits nach ausstellungs-würdigen Gegenständen gefahndet. Nun musste zuerst ein Konzept her, das bis zu drei Kartons umfassen konnte und bei dem Kreativität und Wissen gleichermaßen gefordert waren. Die Beschriftung musste wissenschaftlich korrekt erfolgen und durfte trotzdem die Besucher nicht überfordern, also stand manche Stunde zur Recherche an.

Für die Besucher standen die Museumsbauer/innen dann auch als Führer und Experten zur Verfügung. Aber auch die Museumsführung muss gelernt sein, folglich gab es erst einmal einen Probedurchlauf.

Ohne Teamarbeit hätten die beiden Tage sicher nicht gereicht. Zuletzt wurde die gesamte Schulbibliothek zum Ausstellungsraum hergerichtet, die fertigen Museums-Kartons  ins Blickfeld der Zuschauer gehoben und Wegweiser zum Raum erstellt, die bereits die Kernpunkte des Projekts anzeigten.

Sichtlich überrascht von der hohen Eigeninitiative, Kreativität und dem Arbeitseifer der Schüler zeigten sich zwei Studentinnen, die als angehende Lehrerinnen für Geschichte das Projekt begleiteten und evaluierten. Zum Ab- und Aufräumen waren dann ebenfalls wieder alle da, besser geht’s nicht.


Zeitzeugenbefragung zum Zweiten Weltkrieg im Saarland

Projekttage werden häufig dann angesetzt, wenn ein Schulfest ansteht, und die Kreativität der Schülerinnen und Schüler fließt dann in dessen Vorbereitung. Was aber tun, wenn zugleich die Schule, in diesem Fall das Gymnasium am Stadtgarten in Saarlouis, 2016 sein 325. Jubiläum feiert?

Aus der Initiative, dass ehemalige Schüler des ehemaligen Jungengymnasiums durch die heutige moderne Schule geführt wurden, entstand ein Zeitzeugenprojekt. Ausgehend von einem Klassenbucheintrag des Jahres 1943 aus dem Schularchiv, der  „Fliegeralarm“  während der Schulzeit dokumentierte (Foto), wollte eine Gruppe von fünf Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 9 wissen, wie es war, im zweiten Weltkrieg das Gymnasium zu besuchen. Ein ehemaliger Schüler als Zeitzeuge sollte sich erinnern.

Die Projektplanung und Durchführung verlief kompakt und arbeitsteilig: Mit Hilfe der Lehrkraft einen Zeitzeugen gewinnen, Recherchen zum Zweiten Weltkrieg in Saarlouis durchführen, um einen Fragenkatalog zu erstellen, diesen ordnen und gut formulieren, Ort und Zeit des Interviews  festlegen – in der Schulbibliothek mit Rollup des alten Schulgebäudes als Hintergrund --,  Technik bereithalten (Videokamera), Gesprächsführung einüben. Dafür stand genau ein Schultag zur Verfügung und es gelang dank vollen Einsatzes aller bravourös.

Am zweiten Tag: Durchführung des Interviews, Video-Aufzeichnung, Fotos, Herstellung eines großen Plakats für das Jubiläumsschulfest. Der 1930 geborene Zeitzeuge Karl Hafner aus Saarwellingen, Schüler des SGS seit 1940, antwortete ausführlich auf die gut durchdachten Schülerfragen wie etwa: „War es im Krieg gefährlich in die Schule zu gehen?“ oder „ War es damals auch gefährlich mit den Waffen und der Munition, die der Krieg zurückgelassen hat?“ (Foto).

Die geplante Bearbeitung der Langfassung des Interviews entfiel wegen technischer Probleme und knapper Zeit. Das vollständige Interview von rund 60 Minuten wurde schließlich ungekürzt als Endlosfilm im Filmsaal der Schule beim Jubiläumsschulfest gezeigt. Das Plakat dokumentierte die Arbeit der Schüler und diese standen für Fragen und Kommentare bereit.

Die Reflexion des Projektes ergab: Viel Arbeit in kürzester Zeit, Sich-Einlassen auf unbekannte Methoden und Menschen, Stolz auf Selbständigkeit und Eigeninitiative, Enttäuschung, dass nicht alle Ziele erreicht wurden, Nachdenklichkeit gegenüber den Erfahrungen des Zeitzeugen. Die eigene Schule wurde aus einem veränderten Blickwinkel wahrgenommen.

Aus Sicht der Fachdidaktik ergab sich ein Gewinn für das historische Lernen: Anwendung fachspezifischer wissenschaftlicher Methoden (Wissenschaftspropädeutik), eigene Problem-orientierung durch die Fragen, Erweiterung des Identitäts- und Historizitätsbewusstseins, außerdem fächerübergreifendes Projektlernen, Kommunikations-, Team- und Präsenta-tionsförderung, Handlungsorientierung und Orientierungskompetenz.

Am Johannes-Kepler-Gymnasium in Lebach kam die Initiative für Zeitzeugenbefragungen zum zweiten Weltkrieg von den 18 Schülerinnen und Schülern eines Deutsch E-Kurses der Klassenstufe 12 selbst. Sie hatten 2015 eine Erinnerungsfeier für im Krieg verstorbene Sol-daten und Zwangsarbeiter auf dem Lebacher Friedhof gestaltet und im Anschluss daran den Schulkeller besichtigt. Die Spuren des NS-Regimes dort, Arrestzelle, Graffitis von eingesperr-ten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern und  das Bewusstsein, dass das eigene Schulge-bäude in Dritten Reich als Kaserne entstanden und als solche und als Gefängnis und Lazarett im Krieg genutzt worden war, regte eine Prozess der Spurensuche an. Dieser führte „ bei manchen in die Geschichte der eigenen Familie zurück …, in die Geschichte des Wohnortes oder der Nachbarn, letztlich so auch in eine Geschichte, die zuweilen direkt mit einem selbst verbunden ist.“ (Vorwort, S. 2).

Vielfach stellen in den später veröffentlichten, die Zeitzeugenbefragung zusammenfassen-den Schülerbeiträgen die Darstellung der Zeitzeugen und ihres oft schmerzhaften Erinne-rungsprozesses eine wichtige Komponente dar. Den Schülerinnen und Schülern wurde jeweils die erzählende Person mit ihren Emotionen sehr bewusst, so dass ihre Artikel dies über das rein Historische hinaus widerspiegeln: „Ich bemerke in unserem Gespräch, dass Georgi [Zeitzeuge, Jahrgang 1928] mit innerer Bewegung erzählt. Man merkt ihm die belastende Zeit an. Sein Gesicht zeigt, wenn auch nicht sehr offensichtlich, dass ihm die Vergangenheit sehr zu schaffen macht“, so Pauline Schorr (S. 27).  Felix Gerstner übertitelt seinen Beitrag „Schreckliche Zeiten“ (S. 29) und Cornelia Neis beginnt ihren Bericht mit dem Satz: „Sein größter Wunsch war der Frieden, berichtete Herr Günther Balzer mit Tränen in den Augen.“ (S. 32).

Es entstand aus diesen Zusammenfassungen der Zeitzeugenaussagen mitsamt der Reflexion von deren Erinnerungsprozessen durch die Schülerinnen und Schüler schließlich eine anspruchsvolle Buchpublikation des Johannes-Kepler-Gymnasiums. Den betreuenden Lehr-kräften, Thomas Rückher und Torsten Becker gelang es, einen wissenschaftlichen Beitrag zur Nutzung der Kaserne und heutigen Schule und  weitere Beiträge, geschrieben von Zeit-zeugen aus Lebach, zu integrieren und damit einen lokal- und regionalgeschichtlichen Kontext zu schaffen.

Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei die Schwarz-Weiß-Fotografien der Kellerräume der Schule ein, die den Ausgangspunkt des Projektes ausmachten. Hier werden die Spuren des Aufenthalts von Kriegsgefangenen und inhaftierten Zwangsarbeitern im NS-Staat gezeigt, wie sie auf die Schülerinnen und Schüler gewirkt haben. Nicht das Dokumentarische steht in Vordergrund, sondern „Fotografie … als „Schreiben mit Licht“, soll hier in der Dimension des assoziativen Erzählens, der Provokation von weiterführenden Gedanken zur Geltung kommen“, so die beiden Fotografen Rückher und Becker (Vorwort S. 3)(2-3 Fotos).

Was die beiden Projekte verbindet? Die eigene Schule wird jeweils aus einem anderen, neuen, historischen Blickwinkel erfahren, der zugleich gegenwartsrelevant ist. Geschichte wird zwar nicht lebendig, aber sie wird als von Menschen durchlebt und durchlitten wahrge-nommen und gerät damit in den eigenen Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler. Die Relevanz von Geschichte wird deutlich, sowohl fächerübergreifend als auch lebens-weltlich in der nächsten Umgebung.

Sehr viele saarländische Schulen haben ihr historisches Potential in dieser Weise bisher noch nicht ausgeschöpft.

In dem Geschichtsmagazin Saargeschichte/n erschienenen Artikel zu dem Zeitzeugenprojekt finden Sie hier >


Historischer Rundgang Lebach

Am 29.5.2015 durften die Klasse 10ax und der Geschichtskurs von Frau Uwer des Johannes Kepler Gymnasiums Lebach Zeuge eines historischen Ganges durch die Stadt Lebach werden. Veranstaltet, um den Schülern die Folgen des Zweiten Weltkrieges näher zu bringen, erzog sich der Marsch fast über die komplette Kleinstadt, mit mehreren Stationen, an denen Herr Rückher, Lehrer des Johannes Kepler Gymnasiums, mit interessanten Fakten unterhielt und aber auch schockierte. Behandelt wurden, neben Berichten darüber, wie die Kriegsführung in Lebach selbst von statten ging, die Schicksale der Menschen, denen an diesen Stellen sog. „Stolpersteine“ zur Erinnerung gelegt wurden. Die Geschichten mehrerer jüdischer Familien, eines Anhängers der kommunistischen Ideale und einer behinderten Frau wurden als Beispiel dafür genommen, was die Grausamkeiten des „Nazi-Regiemes“ mit sich zogen und wie sich dies auch noch auf heutige Zeiten auswirkt. Nach etwa eineinhalb lehrreichen Stunden neigte sich der Marsch dem Ende zu und alle Schüler verließen die Veranstaltung mit neuem, interessantem Wissen über diesen düsteren, doch wichtigen Teil deutscher Geschichte.


Zeitzeuge beeindruckte Schüler mit Erinnerungen an den Krieg

Klaus Altmeyer war zu Gast an Lebacher Gymnasium

Zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges organisierte der VDK Saar eine besondere Unterrichtsstunde für die Elferkurse des Lebacher Johannes-Kepler-Gymnasiums. Zeitzeuge Klaus Altmeyer berichtete von seinen Erlebnissen im Krieg.

Von SZ-Mitarbeiterin

Carolin Merkel

 

Lebach. Den Zweiten Weltkrieg kennen Pauline Schorr und Anna Filusch, Schülerinnen der Klassenstufe elf, nur aus dem Geschichtsunterricht. Zeitzeuge in der eigenen Familie gibt es keine. So wie den beiden geht es vielen, daher hat Anka-Stahl Steiner, Politik-Lehrerin am Johannes-Kepler-Gymnasium in Lebach, zusammen mit Lilian Heinen, Jugendreferentin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) Saar, angeregt, einen Zeitzeugen in den Elfer-Kurs einzuladen. Ein geeigneter Termin, der 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, war schnell gefunden. Und mit Klaus Altmeyer dazu ein Lebacher Zeitzeuge.

Geboren wurde Altmeyer am 24. April 1926, mit seinen 89 Jahren war er bestens auf die Unterrichtsstunde vorbereitet. Bilder aus dem Krieg, eine Landkarte sowie eine Kopie seines Ausweises hatte er mitgebracht, dazu viele Erinnerungen. Altmeyer wurde als 18 Jahre alter Abiturient quasi von der Schulbank zur Wehrmacht verpflichtet. Er beschönigt nichts, dramatisiert aber auch nicht, als er von dieser Zeit erzählt. So erinnert er sich an die Besuche der Offiziere im Dillinger Gymnasium, die so manchen Schüler durch die tollen Uniformen einfangen konnten. „Dennoch war die Begeisterung für den Krieg nicht groß, jeder kannte die Meldungen von Verwandten, die gefallen waren“, erzählt er. Sein Weg führte ihn nach Schwerin, wo er die letzten Kriegstage erlebte. Er hatte viel Glück, musste nicht an die Front. Von Schwerin aus trat er nach Kriegsende den Weg in die Heimat an. „Ich hatte einen Kameraden aus dem Odenwald dabei, wir sind damals auf viele offene Türen gestoßen“, erzählt er.

Für Pauline und Anna ist es unvorstellbar, von Schwerin nach Lebach zu Fuß zu gehen. Für seine Tätigkeit in der Wehrmacht haben sie Verständnis. „Ich glaube, damals sich niemand getraut, sich zu wehren, man war unterlegen“, sagt Pauline. Zusammen mit ihrem Kurs, Vertretern des Volksbundes und Altmeyer legte sie gestern weiße Rosen auf dem Friedhof ab.


Wozu Geschichte?

Wir leben doch nicht in der Vergangenheit, sondern im Hier und Heute!

Wozu soll man sich also überhaupt mit der Geschichte beschäftigen?

Dem Unterrichtsfach Geschichte kommt in der Schule eine zentrale Bedeutung zu: Es befähigt die Schüler dazu, historisch- politisches Bewusstsein zu entwickeln und es zeigt, wie man aus geschichtlichen Abläufen und Strukturen wichtige Erkenntnisse für die eigene Lebenswirklichkeit und Zukunft ableitet.

Gerade das Fach Geschichte trägt entscheidend zur Herausbildung der sozialen Schlüsselkompetenzen bei. Sie sind im Zeitalter der Globalisierung und der multikulturellen Gesellschaft von immenser Bedeutung. Die Schüler werden darin unterstützt, ihre eigene Rolle innerhalb der Gesellschaft zu finden. Sie werden motiviert, sich bewusst für die Werte der freiheitlichen Demokratie zu entscheiden und politischen Extremismus abzuwehren und sie erhalten Impulse, eine tolerante und zugleich kritische Haltung gegenüber anderen Kulturen und Ideologien zu entwickeln.

Das Fach vermittelt den Schülern die Fähigkeit, historische Prozesse zu reflektieren und somit zu eigenen Standpunkten und eigenständigen Urteilen zu gelangen. Dies wiederum ist die wichtigste Grundlage für gesellschaftliches und sogar politisches Engagement in jungen Jahren.

Auf fachlichem Gebiet erwerben die Schüler im Fach Geschichte Kenntnisse über wichtige Ereignisse und Entwicklungen der nationalen, europäischen und zuweilen außereuropäischen Geschichte. Wann immer es sich anbietet, werden auch Beispiele historischer Entwicklungen aus dem regionalgeschichtlichen Kontext herangezogen.

Überdies ist das Fach Geschichte unerlässlich dafür, ein Verständnis für die Bedeutung historischer Rahmenbedingungen zu entwickeln; gerade sie sind bedeutsam für alle geschichtlichen Ereignisse. Nur wenn Schüler verstehen, dass historische Ereignisse der Gegenwart stets nur vor dem Hintergrund der Vergangenheit zu erklären sind, können sie Entwicklungen in ihrer eigenen Lebenswelt kritisch prüfen und mitgestalten.

Denn aus der Geschichte zu lernen, kann immer auch bedeuten, sich bewusst für ein friedliches Zusammenleben der Menschen einzusetzen.

Darüber hinaus sind viele unserer heutigen Traditionen in der Vergangenheit begründet und ein Blick zurück kann ihre Entstehung erklärbar machen. Dabei können es nicht nur bedeutsame Schriftquellen sein, die uns die Geschichte lehren, sondern auch Alltagsgegenstände oder Anekdoten der eigenen Großeltern.

Im Rahmen des fächerübergreifenden schulischen Lernens vermittelt und vertieft das Fach Geschichte zentrale methodische Kompetenzen: Die Schüler lernen, Quellentexte, historisches Bildmaterial, Karikaturen, Grafiken etc. auszuwerten und zu interpretieren.  Sie erfahren, wie man gemeinsame Lösungsstrategien für (historische) Problemstellungen herausarbeitet und sich argumentativ mit (historischen) Urteilen auseinandersetzt.

Damit ist das Fach dem Prinzip der Multiperspektivität verpflichtet.


Ziele des Geschichtsunterrichtes

Unsere Ziele sind, dass die Schüler und Schülerinnen am Ende ihrer gymnasialen Schulzeit …

… fähig sind, sich durch einen kritischen Umgang mit Quellen und Darstellungen Wissen über die Vergangenheit anzueignen.

… verstehen, dass historische Entwicklungen die Gegenwart und somit auch ihre eigene Lebenssituation entscheidend geprägt haben.

… grundlegende Merkmale historischer Epochen kennen und zentrale Ereignisse chronologisch einordnen können.

… kausale und zeitliche Zusammenhänge erklären können.

… durch die Beschäftigung mit dem Lauf der Geschichte sich darüber bewusst sind, dass Veränderungen des Bestehenden nie von selbst eintreten, sondern Engagement erfordern und somit motiviert sind, an der Gestaltung der eigenen Zeit mitzuwirken.

… Fehlentwicklungen der Geschichte erkennen und daraus positive Handlungsweisen für die Zukunft entwickeln.

… wissen, dass es keine „objektive Geschichte“ gibt, sondern dass die Wahrnehmung und Deutung geschichtlicher Ereignisse individuell erfolgt und bedingt ist von Zeitumständen, Sozialisation, Interessen, Bedürfnissen,  politischen Überzeugungen, etc.

… angesichts der Multiperspektivität von Geschichte ein eigenes reflektiertes Urteil fällen können.


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